100604

Deutsche Lufthansa AG

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
DE0008232125 Handel/Gewerbe Fluggesellschaften/Passagiere KGV-F > 35
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
117.732 5.522,728 EUR JA

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Fluggesellschaften/Passagiere 71.29%
Luftfracht & Logistik-Dienste 11.59%
Gewerbliche Dienstleistungen 8.91%
Dienstleistung Konsument 7.09%
IT-Beratung & Dienste 1.12%

Überblick

Deutsche Lufthansa AG ist eine der weltweit größten Fluggesellschaften und wurde im Jahr 1926 durch den Zusammenschluss der Deutschen Aero Lloyd mit dem Junkers Luftverkehr als Deutsche Luft Hansa Aktiengesellschaft gegründet. Der Konzern führt seinen Hauptsitz im deutschen Köln. Hauptflughafen der Fluggesellschaft ist Frankfurt am Main. Deutsche Lufthansa AG beteiligt sich aktiv an einer Vielzahl wissenschaftlicher Forschungs- und Entwicklungsprojekte, wobei die Schwerpunkte vor allem in der Klima- und Lärmforschung sowie in der Höhenstrahlung liegen.

Tätigkeiten und Dienstleistungen

Der Konzern gliedert sich in sechs Bereiche: Passagier Airline Gruppe, Logistik, Technik, Catering, IT-Service und in den Bereich Weitere Aktivitäten, hierzu gehört beispielsweise die Lufthansa Commercial Holding.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Diverse Umweltschutzorganisationen kritisieren Lufthansa AG für ihren nur geringen Einsatz für die Umwelt. Der Konzern soll sich gegen einen Emissionsrechtehandel aussprechen, solange dieser ausschließlich für europäische Airlines gilt – es wird auch an der Effektivität eines weltweiten Emissionsrechtehandels gezweifelt. Zudem befürchtet der Konzern Wettbewerbsnachteile gegenüber Airlines außerhalb der Europäischen Union. Im Gegenzug allerdings wirkt Lufthansa bei einem einheitlichen europäischen Luftraum mit, welcher den CO2-Ausstoß bei Flügen innerhalb Europa um etwa acht bis zwölf Prozent senken soll. Außerdem weist das Flugunternehmen daraufhin, eine treibstoffsparende Flugzeugtechnik für seine Flotten zu verwenden.

Der Konzern wird auch dafür kritisiert, gegen ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen zu kämpfen, welches von der Bevölkerung rund um den Flughafen beantragt wurde. Deutsche Lufthansa AG erklärt die Ablehnung dieses Verbots damit, dass dadurch über 7.000 Arbeitsplätze und auch das Tochterunternehmen Lufthansa Cargo AG in Gefahr stünden.

Deutsche Lufthansa AG wird von Organisationen für Menschen mit Behinderungen vorgeworfen, nicht genügend Rücksicht auf Rechte von PRMs – Persons with Reduced Mobility – zu nehmen, da der Konzern auf seinen Flügen keine geeigneten Hilfsmittel zur Verfügung stellt, um Passagieren mit Behinderung den Weg zur Flugzeugtoilette zu ermöglichen. Es werden keine Rollstühle zur Verfügung gestellt – zudem können die Toiletten aufgrund der engen Kabinen nicht mit einem Rollstuhl befahren werden. Deutsche Lufthansa AG erwähnt jedoch, dass der Konzern besser als seine Konkurrenten auf Menschen mit Behinderungen eingestellt sei. Ein Pressesprecher der Fluggesellschaft behauptet, dass eine breitere Ausgestaltung der Flugzeuge aus ökonomischen Gründen nicht möglich sei.

Deutsche Lufthansa AG ist nicht bereit, mit der vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirt-schaft und Verbraucherschutz BMELV geförderten Schlichtungsstelle Mobilität zusammenzuarbeiten. Zweck der Schlichtungsstelle ist die Vermittlung bei Kompromissen zwischen Kunden und Unternehmen, bevor es zum Rechtsstreit kommt. Dabei werden jene Probleme behandelt, die rund um eine Zug-, Bus-, Flug- oder Schiffsreise entstehen können wie Verspätung oder Gepäckverlust.

Ende des Jahres 2006 wurden von der Europäischen Union erste Pläne zum Emissionshandel im Luftverkehr veräußert. Deutsche Lufthansa AG lehnt diese Pläne zwar nicht kategorisch ab, jedoch zweifelt der Konzern an der Effektivität eines weltweiten Emissionsrechtehandels. Dies wird von Umweltschutzorganisationen stark kritisiert. Zudem befürchtet Deutsche Lufthansa AG Wettbewerbsnachteile gegenüber Fluggesellschaften, deren Hauptsitz sich nicht in der Europäischen Union befindet. Im Sommer 2009 gab die Europäische Union schließlich 4.000 Fluggesellschaften und Flugzeughersteller weltweit – unter anderem auch Deutsche Lufthansa AG – bekannt, die in den Emissionshandel im Luftverkehr eingebunden werden. Sollten diese dem Vorhaben nicht folgeleisten, werden sie ab dem Jahr 2012 bei Flügen in europäischen Staaten zu einer Klimaschutzabgabe gezwungen, sofern diese ihre CO2-Emissionen nicht senken.

Im Juli 2009 erhielt die Tochtergesellschaft des Konzerns Lufthansa CityLine bereits zum vierten Mal in Folge das Zertifikat der europäischen Umwelt-Audit-Verordnung EMAS, womit dessen erfolgreiches Umweltmanagement ausgezeichnet wurde. Überdies wurde die Fluggesellschaft nach der internationalen Umwelt-Norm ISO 14001 rezertifiziert. Beide Auszeichnungen beziehen sich auf die drei Standorte der Lufthansa CityLine, Köln, München und Hamburg. Außerdem soll sich der Konzern für einen einheitlichen europäischen Luftraum einsetzen, der die CO2-Emissionen bei Flügen innerhalb Europa um acht bis zwölf Prozent senken würde. Weiters sollen direkte Flugrouten nach China Umweltemissionen verringern. Deutsche Lufthansa AG erwähnt zudem die Umweltfreundlichkeit ihrer modernen, treibstoffsparenden Flugzeugtechnik.


FER-Bewertungskommentar

Über Deutsche Lufthansa AG sind keinerlei Fälle von Korruption oder Lobbyismus bekannt. Allerdings wird der Konzern kritisiert, dem vorgegebenen Emissionsrechtehandel der EU nicht folgeleisten zu wollen, da dieser an dessen Wirksamkeit zweifelt. Auch Organisationen für Menschen mit Behinderungen kritisieren Deutsche Lufthansa AG, dass nicht genügend Rücksicht auf Menschen mit eingeschränkter Mobilität genommen werde – auf nationalen und europäischen Flügen werden keine Rollstühle zur Verfügung gestellt und die Toiletten sind zu eng, um diese mit dem Rollstuhl befahren zu können. Außerdem möchte das Unternehmen der Schlichtungsstelle Mobilität nicht folgeleisten, die bei Streitfällen zwischen Kunden und Unternehmen vermittelt. Erwähnenswert wäre jedoch das erfolgreiche Umweltengagement einer Tochtergesellschaft des Konzerns, Lufthansa CityLine, die bereits mehrmals in Folge eine Auszeichnung erlangt hat. Die Fluggesellschaft soll sich für einen einheitlichen europäischen Luftraum einsetzen, um CO-Emissionen bei Flügen in Europa um bis zu zwölf Prozent zu senken.