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AstraZeneca PLC

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
GB0009895292 Gesundheitswesen Pharmazeutika/Produkte KGV-A < 10
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
62.700 54.942,110 GBP NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Pharmazeutika 100.00%

Überblick

AstraZeneca ist ein internationaler Pharmakonzern, der 1999 aus der schwedischen Astra AB und der britischen Zeneca PLC entstanden ist. Hauptsitz des Unternehmens ist London, Großbritannien, während sich die Forschungs- und Entwicklungsabteilung im schwedischen Södertälje befindet. Das Unternehmen beschäftigt Mitarbeiter in rund 100 Ländern. Pro Werktag werden etwa 14 Millionen US-Dollar in intensive Forschung nach neuen Mitteln investiert. Im Jahr 2007 hat AstraZeneca für mehr als 15 Milliarden US-Dollar die US-Biotechfirma Medimmune übernommen. Dies war der größte Zukauf in der Geschichte des Konzerns. Mit der Übernahme hat AstraZeneca seine Stellung bei biotechnologischen Medikamenten deutlich verstärkt.

Produkte

Hauptsächlich wird an der Forschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von verschreibungspflichtigen Pharmazeutika wie Arimidex, Lexxel, Tenoretic oder Vivalan gearbeitet, darüber hinaus werden aber auch noch Dienstleistungen im Gesundheitsbereich angeboten.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Im Juni 2010 konnte endlich eine Einigung in dem seit dem Jahr 2002 laufenden Streit um das Krebsmedikament Zoladex erzielt werden. Die Kanzlei Hagens Berman Sobol Shapiro beschuldigte AstraZeneca PLC damit, dass der Konzern den Großhandelspreis des Krebsmedikaments künstlich nach oben getrieben hätte, da dieser als Richtwert zur Abrechnung beinahe aller US-amerikanischen Arzneimittel dienen soll. AstraZeneca behauptete, sich keiner Schuld bewusst zu sein. Allerdings wolle man sich endlich wieder auf die Konzerngeschäfte konzentrieren und stimme einer Einigung zu. Diese Einigung sollte in Form einer Sammelklage von rund 103 Millionen US-Dollar getroffen werden.

Im Juli 2010 wurde gegen AstraZeneca eine Strafzahlung von 52,5 Millionen Euro aufgrund Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung verhängt. Der Konzern wollte verhindern, dass nachahmende Mittel des konzerneigenen Medikaments Losec von Generikaproduzenten auf dem Markt gebracht werden. Aufgrund dessen nutzte AstraZeneca seine beherrschende Marktstellung und das Patentsystem aus, um die Einführung dieser Generika zu verhindern bzw. zu verzögern. Außerdem soll der Konzern bei Patentämtern verschiedener Länder mit Absicht irreführende Angaben gemacht haben, da AstraZeneca durch die Gewinnung eines zusätzlichen Schutzzertifikats eine Patentverlängerung erzielen wollte.

Im Jahr 2001 kam Nexium, ein Mittel gegen Magengeschwüre und Sodbrennen, auf den Markt. Zeitgleich lief der Patentschutz des Vorgängerproduktes Prilosec aus, mit dem der Konzern weltweit sechs Milliarden US-Dollar Umsatz machte. Es wurden die Dosierungen und Inhaltsstoffe von Nexium nur geringfügig verändert, jedoch als weitaus hochwertigeres Produkt vermarktet. Nexium wurde ein voller Erfolg, nicht zuletzt deshalb, weil scheinbar (nach Informationen von NGOs) viele Ärzte bestochen wurden. In Deutschland wird behauptet, dass der Pharmakonzern 30.000 Ärzte bezahle, damit Nexium verschrieben werde.

Der Pharmakonzern kündigte an, bis Herbst 2009 über hundert Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen, da aufgrund immer größer werdender Konkurrenz von Generika Sparmaßnahmen ergriffen werden müssen.

AstraZeneca führte Ende 2008 einen Patentstreit mit dem Generikahersteller Teva Pharmaceutical, wobei AstraZeneca dem Unternehmen vorwarf, seine Patente auf das Asthma-Medikament Pulmicort verletzt zu haben. Mit dem Teva-Konkurrenten Par Pharmaceutical hat AstraZeneca nun ein Abkommen geschlossen, wonach dieser eine Nachahmungsversion des Medikaments in den USA vertreiben darf. Außerdem wurde die Einigung getroffen, dass Teva Pharmaceutical ab Dezember 2009 eine generische Variante von Pulmicort unter einer exklusiven Lizenz von AstraZeneca vertreiben könne. Im Gegenzug soll AstraZeneca Lizenzgebühren erhalten, über deren Höhe allerdings keine konkreten Angaben gemacht wurden.

Im Oktober 2009 wurde bekannt, dass die EU-Kommission mehrere Pharmakonzerne aufgrund Verdachts auf Kartellabsprachen kontrollieren möchte, da diese ihre dominierende Marktposition auf Kosten der Wettbewerber sowie Konsumenten missbrauchen sollen. Dies würde einen Verstoß gegen das EU-Wettbewerbsrecht bedeuten. Die Namen der Pharmakonzerne wurden jedoch nicht genannt. Allerdings wurde betont, dass die Unternehmen Merck KGaA, Bayer AG, GlaxoSmithKline, Roche AG und AstraZeneca plc nicht von der EU-Kommission überprüft wurden.

AstraZeneca PLC konnte sich Ende Juni 2010 im Patentstreit um das Konzerneigene Medikament Crestor, welches zur Cholesterin-Senkung eingesetzt wird, durchsetzen. Der Konzern hatte im Vorfeld aufgrund Patentrechtsverletzungen mehrere Generikaproduzenten geklagt, da das Patent für dieses Medikament erst im Jahr 2016 abläuft. Diese Generikaproduzenten, beispielsweise Mylan Inc und Apotex Inc, beantragten eine Zulassung für die Herstellung von nachahmende Produkte von Crestor bei US-amerikanischen Behörden. Es wurde aber gerichtlich für AstraZeneca entschieden, womit nun auch die Generikahersteller aufgrund Verletzung des Patentrechts zur Verantwortung gezogen werden können.

AstraZeneca wurde vorgeworfen, dass dessen Medikament Seroquel bei zahlreichen Patienten, die an bipolarer Disorder sowie Schizophrenie litten, nach der Behandlung zu Diabetes geführt habe. Aufgrund dessen wurde eine Produkthaftungsklage eingereicht. Im März 2010 entschied sich jedoch ein US-Gericht für den Konzern, wodurch dieses Medikament weiterhin verwendet werden darf.


FER-Bewertungskommentar

Vom Pharmakonzern AstraZeneca ist bekannt, Bestechungsversuche von Ärzten in der Pharmaindustrie durchzuführen, wobei gegen fast jeden großen Pharmakonzern Ermittlungen wegen Bestechung geführt werden. AstraZeneca bemüht sich, bei jedem Arzt oder Apotheker als Partner präsent zu sein und die berufliche Tätigkeit zu unterstützen. Die eingesetzten Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, verstoßen laut diversen Berichten gegen ethische Prinzipien. Ende 2008 führte der Pharmakonzern einen Patentstreit für das Medikament Pulmicort mit dem Generikahersteller Teva Pharmaceutical, wobei die Einigung getroffen wurde, dass Teva ab Ende 2009 eine generische Variante dieses Medikaments gegen eine Lizenzgebühr vertreiben darf. Aufgrund starker Konkurrenz von Generika sieht sich der Konzern zu Einsparmaßnahmen gezwungen und gab bekannt, in Deutschland etliche Arbeitsplätze zu streichen.