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Deutsche Post AG

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
DE0005552004 Handel/Gewerbe Luftfracht & Logistikdienste KGV-B 10-15
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
436.651 15.499,580 EUR NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Luftfracht & Logistik-Dienste 74.94%
Finanzdienste umfassend 24.88%
Handel/Gewerbe 0.18%

Überblick

Deutsche Post DHL ist das weltgrößte Postunternehmen, das im Jahr 1995 durch Privatisierung gegründet wurde. Der Konzern, mit Hauptsitz im deutschen Bonn, führt 18.500 Niederlassungen in weltweit mehr als 220 Ländern. Deutsche Post DHL ist in vier Bereiche eingeteilt: Brief – Dienstleistungen rund um Briefe und Pakete, Express – für Paket- und Expresssendungen, Forwarding/Freight – internationale Luft- und Seefracht und der Bereich Supply Chain – für Kundenlösungen.

Produkte und Dienstleistungen

Als Logistikunternehmen bietet Deutsche Post DHL Dienstleistungen und individuelle Lösungen für den Transport von Briefen und Waren an. Außerdem stellt der Konzern den GOGREEN-Service zur Verfügung, der einen klimafreundlichen Versand garantiert.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Die Deutsche Post entwickelte im Auftrag von der deutschen Bundesagentur für Arbeit ein neues Verfahren zur elektronischen Erfassung von Akten. Speziell soll es hierbei um Akten von Arbeitslosen sowie Kindergeldakten gehen. Das Pilotprojekt zu diesem Verfahren soll im Oktober 2010 starten. Die Briefe werden geöffnet, eingescannt und anschließend elektronisch bearbeitet, woraufhin sie dann mit einer elektronisch versehenen Signatur verschlüsselt und über eine mehrfach gesicherte Leitung an Arbeitsagenturen weiterversandt werden. Dieses Verfahren allerdings löst starke Kritik aus. Es sei zwar vom Bundesdatenschutzbeauftragten geprüft und abgesichert worden, wodurch vollkommene Datensicherheit besteht, jedoch wird unter anderem von Arbeitslosenverbänden befürchtet, dass ein Datenschutzskandal nicht auszuschließen sei. Die Mitarbeiter der Deutschen Post AG, welche in diesem Programm involviert sind, müssen zwar eine schriftliche Erklärung bezüglich Geheimhaltung abgeben, aber die Arbeitslosenverbände betonen, man könne nie wissen, was die Zukunft bringt bzw. es könnte durchaus irgendwann auftreten, dass ein Mitarbeiter seine Geheimhaltungserklärung missachtet und einen Datenskandal verursacht. Es traten Forderungen bezüglich sofortigen Ausstiegs aus diesem Projekt auf, anderen Falls ziehe man rechtliche Schritte in Betracht.

Laut diversen Medienberichten wurde im November des Jahres 2008 der ehemalige Chef der Post, Klaus Zumwinkel, aufgrund millionenschwerer Steuerhinterziehung angeklagt. In den 80er Jahren soll der ehemalige Chef nämlich Geld in einer Stiftung angelegt und die daraus entstandenen Erträge verheimlicht haben. Der Fall ist noch im Gange, sollte es zu einer Verurteilung kommen, drohen Klaus Zumwinkel eine Haftstrafe sowie eine hohe Strafzahlung.

Deutsche Post DHL wird stark für seinen „Kriegsdienst“ kritisiert. DHL transportiert nämlich weltweit für die Bundeswehr militärische Ausrüstung bis 50 Kilogramm sowie Feldpost. Es läuft bereits seit einiger Zeit eine Kampagne gegen das Logistikunternehmen DHL. Antimilitaristen bezeichnen den Konzern als Deutsche Heeres Logistik (DHL). Im November 2009 zog die Deutsche Post DHL ihr Angebot für die Lagerung und den Transport von Kriegsgeräten aufgrund zu großer Risiken zurück. Kriegsgegner sowie der Verbund kritischer Aktionäre fordern den sofortigen Stopp aller kriegsunterstützenden Maßnahmen des Konzerns im Irak und in Afghanistan. Außerdem soll laut Forderungen das DHL-Luftfracht-Drehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle nur mehr zivil genutzt werden dürfen.

Deutsche Post DHL wird seit dem Jahr 2003 vom US-amerikanischen Militär beauftragt, täglich unzählige Tonnen Feldpost in den Irak zu schicken. Die Post wird von Bahrain über ein gefährliches Gebiet mit Antonow-Transportflugzeugen nach Bagdad gebracht, wobei den Piloten, moldawische Ex-Soldaten, kein Radar und teilweise sogar kein Funkkontakt zur Verfügung steht.

Deutsche Post DHL war aufgrund ihrer zahlreichen Universaldienste im Gegensatz zu ihren Mitbewerbern nicht umsatzsteuerpflichtig. Ab dem Jahr 2010 soll der Konzern jedoch Steuern zahlen. Mehrwertsteuerpflichtig sollen Großkundenbriefe, Expresszustellungen, Kataloge und Zeitschriften werden, wobei das Porto für private Briefe und leichtere Päckchen steuerfrei bleibt.

Deutsche Post AG möchte laut Unternehmensangaben ein starkes Wachstum im Lateinamerikanischen Markt erzielen, wobei ein großes Augenmerk auf die Logistik- und Fracht-Branche gelegt. Am meisten soll der Absatz nämlich laut Prognosen zwischen Lateinamerika und Asien zulegen.

Das Postunternehmen bietet das spezielle Klimaschutzprogramm GOGREEN an, das Emissionen während der Brief-Transporte exakt misst und so weit wie möglich reduziert. Außerdem werden intensive Treibstoffeinsparungen getroffen, indem über 26.000 Zusteller des Unternehmens Fahrräder anstatt PKWs zur täglichen Postzustellung benutzen. Deutsche Post DHL nimmt sich zum Ziel, bis zum Jahr 2020 die CO2-Emissionen um rund 30 Prozent zu reduzieren.


FER-Bewertungskommentar

Deutsche Post DHL wurde aufgrund Postlieferungen in den Irak scharf kritisiert. Das US-amerikanische Militär beauftragt den Konzern nämlich, täglich viele Tonnen Feldpost von Bahrain nach Bagdad zu bringen – die Piloten bekommen kein Radar und haben teilweise sogar keinen Funkkontakt. Deutsche Post DHL entwickelte ein spezielles Klimaschutzprogramm, um CO2-Emissionen aller Post-Transporte zu messen und zu reduzieren. Die Treibstoffeinsparungen von rund 26.000 Mitarbeitern tragen zudem positiv zum Umweltschutz bei. Bis zum Jahr 2020 möchte das Unternehmen seine Treibhausemissionen um 30 Prozent verringern. Deutsche Post entwickelte ein sicheres Verfahren zur elektronischen Datenerfassung von Briefen, was jedoch auch stark kritisiert wird, da man früher oder später einen Datenskandal befürchtet.