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Bank of America Corp

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
US0605051046 Finanzen Breit gefächerte Banken KGV-B 10-15
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
283.224 104.222,200 USD NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Finanzdienste Privatkunden 73.33%
Finanzdienste umfassend 26.67%

Überblick

Die Bank of America, mit Hauptsitz im US-amerikanischen Charlotte, ist das größte Bankinstitut in den Vereinigten Staaten und wurde im Jahr 1923 durch eine lange Reihe von Fusionen und Käufen gegründet. Der Grundstein jedoch wurde mit der 1784 eröffneten Bank of Massachusetts gelegt, die sofort nach der Unabhängigkeitserklärung der USA eröffnet wurde, da zuvor weder eine Bank existieren noch eigenes Geld gedruckt werden durfte. Im Jahr 1929 folgte der Zusammenschluss mit der Bank of Italy aus San Francisco. Durch diverse Gesetze war ihr Wachstum vorerst nur auf Kalifornien begrenzt. Im Jahr 1956 brachte die Bank die erste Kreditkarte BankAmericard auf den Markt. Eine Expansion erfolgte erst im Jahr 1983 mit dem Kauf der Seafirst Corporation aus Seattle und 1992 erfolgte mit dem Kauf der Security Pacific Corporation die bis dahin größte Übernahme in der Geschichte des Banksektors. Weitere Fusionen und Übernahmen waren unter anderem NationsBank, MBNA, Boatmen's Bancshares, First Republic Bank und die American Commercial Bank. Im Jahr 2008 wurde schließlich Merrill Lynch übernommen. Das Bankenunternehmen ist stark in den USA vertreten und beschäftigt Mitarbeiter in 30 weiteren Ländern.

Produkte und Dienstleistungen

Die Bank of America ist in folgende Bereiche unterteilt: Global Consumer & Small Business Banking, Global Corporate & Investment Banking, Global Wealth & Investment Management und Sonstige. Der Bereich Global Consumer & Small Business Banking bietet Privatkunden und kleinen Unternehmen typische Bankprodukte wie Kontoführung, Kredite und Baudarlehen. Der Bereich Global Corporate & Investment Banking bietet Kunden Hedge Fonds mit umfangreichen Finanzlösungen. Der Bereich Global Wealth & Investment Management bietet sowohl Privatkunden als auch institutionellen Anlegern umfangreiche und an Kundenwünsche angepasste Finanzdienst- und Investmentdienstleistungen an. Kunden können auch alle Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die von den Tochtergesellschaften U.S. Trust, Bank of America Private Wealth Management, Columbia Management und Premier Banking & Investments angeboten werden. Außerdem zählt die Bank of America einen großen Kundenstock mit mehr als 14 Millionen Internet-Banking-Usern.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Der Bank of America wird Mithilfe bei Geldwäsche vorgeworfen. Unter anderem sollten drei Milliarden US-Dollar über ein Konto eines Bewohners von Uruguay geflossen sein, das von Offshore-Finanzzentren in Panama und den British Virgin Islands gekommen war und von illegalen brasilianischen Finanzoperationen stammte. Im Jahr 2007 musste die Bank of America erneut eine Strafzahlungen leisten, da sie es verabsäumt hatte, von über 34 risikoreichen Konten Kundeninformationen einzuholen. Laut eigenen Angaben verordnete die Bank of America nun ein Anti-Geldwäsche-Programm.

Im Jahr 2007 wurde die Bank von Umweltschützern kritisiert, klimafeindliche Kohlekraftwerke zu finanzieren. Dagegen wurde die Finanzierung von besonders umweltschädigenden Bergbauprojekten Ende 2008 gestoppt.

Die Bank of America erhielt aufgrund der gegenwärtigen Finanzkrise 45 Milliarden US-Dollar vom amerikanischen Staat, sponserte allerdings - trotz der schlechten wirtschaftlichen Gesamtlage - mit etwa 10 Millionen US-Dollar ein Football-Event. Das Bankenunternehmen leistet laut eigenen Angaben bereits Rückzahlungen an den Staat und bemüht sich, existenzgefährdete Kunden zu unterstützen. Die Bank of America möchte im Laufe des Jahres 2009 einen Teil der Staatshilfe zurückzahlen, obwohl die Bonität des Unternehmens von der Ratingagentur Moody’s zurückgestuft wurde. Der frühere Vorstand von Merill Lynch, John Thain, wird aufgrund der Auszahlung von 3,6 Milliarden US-Dollar Boni an seine Mitarbeiter kurz vor der Konzernübernahe scharf kritisiert. Außerdem soll sich dieser sein Büro mit über eine Million US-Dollar neu eingerichtet haben. Die Organisation CorpWatch berichtete, der frühere Finanzberater von Merill Lynch, Keith Schooley, habe die Bank of America vor der Übernahme der für Korruption bekannten Investmentbank gewarnt.

Das Bankenunternehmen kündigte Ende des Jahres 2008 den Abbau von über 30.000 Arbeitsplätzen innerhalb von drei Jahren an. Im Frühjahr 2009 wurde außerdem bekannt, dass der Bank of America weitere 20 Milliarden US-Dollar aus dem staatlichen Rettungspaket der US-amerikanischen Bundesregierung versprochen wurden, wogegen der Staat Vorzugsaktien der Bank of America erhalten soll. Im vierten Quartal wurde nämlich aufgrund der Vorsorge für Kreditausfälle und Abschreibungen im Handelsgeschäft ein Verlust von 2,4 Milliarden US-Dollar verzeichnet.

Im Jänner 2010 erhebt die US-Börsenaufsicht SEC schwere Vorwürfe gegen die Großbank, weil sie ihre Aktionäre bei der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch über deren finanziell prekäre Lage nicht informiert habe. Die Börsenaufsicht wirft der Bank vor, die Aktionäre bei den milliardenschweren Bonuszahlungen an einige Merrill-Lynch Banker hinters Licht geführt zu haben.

Die Bank of America bekennt sich zu den Equator-Principles, die Richtlinien für einen Geldverleih nach sozialen und umweltgerechten Maßstäben darstellen.


FER-Bewertungskommentar

Die Bank of America ist bekannt für ihre Mithilfe zur Steuerhinterziehung, unter anderem durch den Geldfluss von über drei Milliarden US-Dollar über ein Konto eines Bewohners von Uruguay. Umweltschützer kritisieren das Bankenunternehmen für die Finanzierung des Baus von Kohlekraftwerken. Allerdings wurde die Finanzierung von umweltschädigenden Bergbauprojekten gestoppt. Der Konzern wurde ebenfalls kritisiert, trotz der zu Beginn der Finanzkrise erhaltenen Staatshilfe teure Sportevents zu sponsern, und gibt an, innerhalb von drei Jahren über 30.000 Arbeitsplätze streichen zu wollen. Im Jänner 2010 geriet die Großbank wegen Täuschung der Aktionäre bei der Übernahme der Investmentbank Merrill-Lych in die Medien. Das Bankenunternehmen befolgt die Richtlinien der Equator-Principles.