100621

Exxon Mobil Corp

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
US30231G1022 Rohstoffe/Erdöl/Erdgas Integrierte Erdöl- und Erdgasbetriebe KGV-B 10-15
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
80.700 231.258,100 USD NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Erdöl/Gas-Raffinierung & Vermarktung 81.76%
Erdöl /Gas-Exploration & Produktion 9.20%
spezielle Chemikalien 9.04%

Überblick

Im Jahr 1870 gründete John D. Rockefeller mit einigen Partnern die Standard Oil Company in Ohio. 1911 wurde aufgrund der Größe die Auflösung von Standard Oil angeordnet, die anschließend in 34 Unternehmen, unter anderem in Jersey Standard, Socony und Vaccuum Oil, zerfiel. Die Vaccuum Oil Company wurde 1966 in Mobil Oil Corporation umbenannt. Jersey Standard änderte 1972 seinen Namen auf Exxon Corporation. Am 30. November 1999 fusionierten dann Exxon und Mobil zur Exxon-Mobil Corporation, die heute ihren Sitz im amerikanischen Texas hat. Exxon-Mobil ist in Österreich, in Deutschland und in der Schweiz als Unternehmen Esso bekannt.

Tätigkeiten und Produkte

Der Konzern ist damit beschäftigt, neue Ölressourcen ausfindig zu machen sowie Erdöl und Erdgas zu fördern und aufzubereiten. Außerdem ist Exxon-Mobil für die Herstellung von petrochemischen Produkten bekannt.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Die Umweltorganisation Greenpeace demonstriert stark gegen die Tiefsee-Ölbohrungen der Ölgesellschaften BP, Shell und Exxon Mobil. In Deutschland wurden Transparente der Organisation vor den deutschen Zentralen dieser Unternehmen verhängt, da die Ölausbeutung laut Greenpeace nicht beherrschbar sei und die Umwelt bedrohe.

Der Toxic 100 Air Polluters Index 2010 ermittelt die Top-US-Luftverschmutzer unter den größten Unternehmen weltweit. Der Index beruht auf Studien der Umweltschutzbehörde Environmental Risk Screening Indicators (RSEI). Die Reihung der Konzerne erfolgt nach der Höhe der chronischen Gefährdung für die menschliche Gesundheit durch industrielle Gift und Chemikalien. Im Jahr 2010 kam Exxon Mobil auf Platz 2 der Rangliste. Beim Ranking sind die erreichte Giftpunktzahl (Masse der direkt und indirekt in die Luft abgegebenen Schadstoffe) und die Masse der direkt und indirekt ausgestoßenen Luftgifte ausschlaggebend.

Greenpeace sowie die Autoren des berühmten Schwarzbuch Öl kritisieren Exxon-Mobil zum Thema Umweltschutz und Arbeitsrechtsverletzungen. Esso nimmt überdies in Kauf, dass die polizeilichen und militärischen Sicherheitskräfte zum Schutz seiner Anlagen schwerste Menschenrechtsverletzungen verüben.

Esso betreibt in der indonesischen Provinz Aceh in Nord-Sumatra das Arun Gasfeld. Zum Schutz der Anlagen beauftragte der Konzern eine Armeeeinheit, welche besonders brutal mit ethnischen Minderheiten in Indonesien umgehen. Eine Klage von 11 Indonesiern aus der Region wirft dem Konzern Mittäterschaft vor: Die Soldaten sollen Zivilisten ermordet, gefoltert, entführt und sexuell missbraucht haben. Es sollen Unternehmensgebäude von Esso als Folterzentren und Bagger des Unternehmens zum Ausheben von Massengräbern benutzt worden sein. Esso wird vorgeworfen, die Armeeeinheit logistisch und materiell unterstützt zu haben und Brutalitäten nicht verhindert, sondern noch weitere Soldaten angefordert zu haben. Das Gericht wurde daraufhin von der US-Regierung angewiesen, die Klage zurückzulegen, da infolgedessen die wirtschaftlichen Interessen der USA bedroht seien.

Der Konzern wird außerdem auf Korruption und Lobbying verdächtigt. Exxon-Mobil verfügt über ein ausgeklügeltes Netzwerk mit verschiedenen Institutionen und Interessensverbänden zur Unterstützung, um zu leugnen, dass der Auslöser der globalen Erderwärmung der Menschen selbst ist, wozu er Hunderttausende von US-Dollar einsetze. Der Ölmulti trage wesentlich dazu bei, dass die US-Regierung auf ihrem klimafeindlichen Kurs bleibt. Exxon-Mobil war zudem der zweitwichtigste Spender für den Wahlkampf des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush.

Im Jahr 1989 lief der Öltanker Exxon Valdez im Prince William Sound vor Süd-Alaska auf das Bligh-Riff auf. Über 2.000 Kilometer Küste wurden verseucht. 250.000 Seevögel und 3.500 Seeotter fielen der Katastrophe zum Opfer. Fischer und Einwohner Alaskas klagten das Unternehmen auf Schadenersatz. Bisher wurde jedoch nur ein Teil der geforderten Summe bezahlt. Auf einem alten Firmengelände in New York sind überdies jahrzehntelang insgesamt 65 Millionen Liter Öl ausgelaufen, fast eineinhalb Mal so viel wie beim Tankerunglück der Exxon Valdez. Exxon-Mobil pumpt die Ölschicht zwar ab, aber laut Einwohner, die die giftigen Dämpfe einatmen müssen, geschehe dies viel zu spät und völlig unzureichend. Das Öl fließt in den Creek, der streckenweise schon unbelebt ist.

Außerdem sind vor der russischen Halbinsel Sachalin durch Projekte der Ölindustrie, insbesondere von Esso, die letzten noch lebenden Grauwale gefährdet.

Ebenso sind Klagen über Zwang zu unbezahlter Mehrarbeit, mangelnden Arbeitnehmerschutz und fehlender Versicherung bei Arbeitsunfällen in nahezu allen Ländern, in denen der Konzern seine Niederlassungen hat, bekannt.

In Angola stammen 90 Prozent der staatlichen Exporteinnahmen aus dem Erdölgeschäft. Die Regierung gibt täglich eine Million US-Dollar für den Krieg aus, in dem auch Kindersoldaten kämpfen sollen. Die Ölvorkommen werden ohne Rücksicht auf die Bevölkerung ausgebeutet.

In Tschad und Kamerun wurde eine Pipeline gebaut, die Öl aus dem Tschad nach Kamerun an die Atlantikküste transportiert. Große Teile der Erdöleinnahmen werden von der tschadischen Regierung für die militärische Bekämpfung von Aufständischen verwendet. Ein Kritiker des Erdölprojektes im Tschad wurde unter Missachtung rechtsstaatlicher Verfahrensweisen zu drei Jahren Haft verurteilt.

Laut eigenen Angaben ist Exxon-Mobil Mitgründer des „Save The Tiger“ Funds, unterstützt die Leuser International Foundation Arbeit im Norden Sumatras und in Indonesien, welche das dortige Ökosystem schützen möchte. Außerdem spendet der Konzern für die Africa Health Initiative und unterhält ein StopAIDS Programm. Im Jahr 2006 spendete Exxon-Mobil 138,6 Millionen US-Dollar.


FER-Bewertungskommentar

Beim Toxic 100 Air Polluters Indes 2010 (Index der Top-US-Luftverschmutzer) nimmt das Unternehmen Platz 2 der Rangliste ein. Exxon-Mobil wird verdächtigt Korruption und Lobbying zu betreiben, um seine Geschäftspolitik durchzusetzen. Außerdem sind mehrere Fälle von massiver Umweltverschmutzung, die auch das Leben der Bevölkerung beeinträchtigen, sowie Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen bekannt. Zudem gibt es Klagen über mangelnden Arbeitnehmerschutz. Der Konzern ist weiterhin im Ölgeschäft tätig und betreibt keine Entwicklungen im Bereich erneuerbarer Energien.