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E.ON AG

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
DE000ENAG999 Energie/Versorger Stromerzeuger/ Versorger konventionell KGV-A < 10
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
88.580 44.222,100 EUR NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Stromerzeuger/ Versorger konventionell 66.80%
Erdöl /Gas-Exploration & Produktion 31.61%
Energie/Versorger 1.59%

Überblick

E.ON AG ist eines der weltweit größten privaten Strom- und Gasunternehmen und entstand im Jahr 2000 durch den Zusammenschluss der Industrieunternehmen VEBA und VIAG. E.ON ist in Europa, Asien und Nordamerika in den Feldern Stromerzeugung und –vertrieb sowie Gasexploration und -vertrieb tätig. Der Energiekonzern verfügt über mehrere Gas-, Öl-, Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke, Kernkraftwerke sowie drei Biomasse- und ein Hybridkraftwerk. Außerdem ist das Unternehmen in Besitz eines eigenen Stromnetzes.

Produkte und Dienstleistungen

E.ON AG produziert und vertreibt Strom und Gas für rund 30 Millionen Kunden in weltweit 30 Ländern.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

E.ON plant, wie im Sommer 2010 bekannt gegeben wurde, die Errichtung eines unterirdischen Wasserkrafts in Augsburg, Bayern, welches rund 700.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen soll. Trotz dieses positiven Umweltengagements des Konzerns wird die Errichtung des Wasserkraftwerkes von Naturschützern enorm kritisiert. Dieses Werk soll nämlich im Augsburger Stadtwald errichtet werden, welcher als Naturschutzgebiet gilt. Sollte das unterirdische Wasserkraftwerk tatsächlich errichtet werden – wozu allerdings Sprengungen nötig seien – gefährde dies erheblich die Tierwelt, da sich viele vom Aussterben bedrohte Tierarten in diesem Wald angesiedelt haben. Zudem seien auch die Fische des naheliegenden Lech-Flusses gefährdet. Es dürfte noch nicht so bald zu einer Entscheidung kommen, ob das Werk tatsächlich dort erbaut werden soll.

Eine von Oxfam im Frühjahr 2010 durchgeführte CO2-Studie übt große Kritik an E.ON aus. Der Konzern soll sich hauptsächlich auf den Ausbau von fossiler Stromerzeugung konzentrieren und leiste somit keinen Beitrag zur Verbesserung des Klimas und der Umwelt. Gegenwärtig gewinnt E.ON rund ein Drittel seiner Energie aus Kohlekraftwerken, welche einen jährlichen CO2-Ausstoß von insgesamt 40 Millionen Tonnen verursachen. Mit dem derzeitigen Bau eines Steinkraftwerkes sowie zwei weiteren geplanten Steinkraftwerken sollen zusätzlich noch 18,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen entstehen. Die verursachten CO2-Emissionen betrugen im Jahr 2008 insgesamt rund 147,5 Millionen Tonnen, wesentlich mehr als im Jahr davor. Die hochradioaktiven Abfälle konnten jedoch auf 257 Tonnen gesenkt werden – im Jahr 2007 betrugen diese noch 281 Tonnen.

E.ON erntete im Juli 2010 große Kritik vom Oberbürgermeister der deutschen Stadt Hanau bezüglich Sicherheitsmängel im Kohlekraftwerk Staudinger. Die Kohle soll dort aufgrund der Hitze in diesem Sommer ganze drei Tage zum Glühen begonnen haben. Der Oberbürgermeister forderte nun eine Gewährleistung der Sicherheit der umliegenden Bewohner. Es sei zwar zu keiner Gesundheitsgefährdung gekommen, allerdings herrschte eine enorme Geruchsbelastung vor, was der Energiekonzern erheblich bedauerte und zudem betonte, dass in Zukunft mehr darauf Acht gegeben werde, dass Kohle bei sommerlicher Hitze regelmäßiger bewässert werden soll, sodass solche Zwischenfälle nicht noch einmal vorkommen.

Der Energiekonzern veröffentlicht zwar Angaben zur Herkunft des selbst produzierten Stroms, jedoch gibt es keine Daten zum gesamten Strommix. E.ON AG soll Strom aus den ehemaligen Ostblockländern mit besonders veralteten und unsicheren Kernkraftwerken erhalten und jenen aus Temelin und Bohunice verkaufen.

Außerdem gibt es Vorwürfe wegen Lobbyismus in Deutschland und der EU. Es sollen Klimaschutzpolitik sowie ein Ausstieg aus dem Kernkraftgeschäft bekämpft worden sein. Desweiteren kritisieren Konsumenten laufende Preissteigerungen, die durch die Privatisierung des Strommarktes ausgelöst worden sind.

Der Energiekonzern gab im Juni 2009 bekannt, dass 13 der bayerischen Wasserkraftwerke des Unternehmens am Inn mit einer Gesamtleistung von 312 Megawatt und einer Jahresproduktion von rund 1.800 Gigawattstunden an das Elektrizitätsunternehmen Verbund übergeben werden. Im Gegenzug soll der Konzern für rund 20 Jahre Strombezugsrechte aus den österreichischen Speicherkraftwerken Zemm-Ziller im Zillertal sowie einen Barausgleich erhalten.

E.ON AG unterstützt im Rahmen eines umfassenden Sportförderkonzeptes seit einigen Jahren deutsche Spitzen- und Nachwuchssportler und fördert auch international zahlreiche Projekte. Zudem sponsert E.ON AG viele Kunstaustellungen, Kulturevents und Museen und verleiht unter anderem auch den Deutschen Architekturpreis.

E.ON AG erzeugt Strom unter anderem mit einer Brennstoffzelle, welche mit reinem Wasserstoff betrieben wird und somit praktisch emissionsfrei arbeitet, da lediglich Wasserdampf ausgestoßen wird. Selbst der Betrieb der Brennstoffzelle mit fossilen Energieträgern wie Erdgas oder Biogas erzeugt nur sehr geringe Mengen an Schadstoffen. Geplant ist außerdem ein Kohlekraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 50 Prozent. Desweiteren wird die Vermehrung von Mikroalgen zur Verminderung von Kohlendioxid in der Atmosphäre und zur Erzeugung von Biomasse erforscht.

E.ON AG plant eine Zusammenarbeit mit Siemens, um eine kostengünstige und effiziente Methode zur CO2-Abscheidung sowie eine klimafreundliche Kraftwerkstechnik zu entwickeln.

Laut Angaben des Konzerns sollen bis zum Jahr 2011 rund acht Milliarden Euro in die Entwicklung von erneuerbaren Energien fließen und bis 2015 rund 18 Prozent ihres Stromsbedarfs aus dieser Energiequelle gewonnen werden.


FER-Bewertungskommentar

E.ON AG verursachte im Jahr 2008 CO2-Emissionen von 480 g/KWh (absolut rund 147,5 Millionen Tonnen), 2.041 Tonnen schwach- und mittelradioaktive Abfälle sowie 257 Tonnen hochradioaktive Abfälle. Der Konzern produziert und handelt mit Atomstrom. Das Unternehmen plant, in den nächsten Jahren acht Milliarden Euro in die Entwicklung von erneuerbaren Energien zu investieren. Im Jahr 2008 wurde acht Prozent der Stromeigenerzeugung aus erneuerbaren Energien gewonnen. Der Energiekonzern engagiert sich für deutsche Spitzen- und Nachwuchssportler sowie für Kunst und Kultur. Außerdem ist für die Entwicklung von klimafreundlichen Kraftwerksmethoden eine Kooperation mit Siemens geplant.