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CEZ AS

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
CZ0005112300 Energie/Versorger Stromerzeuger/ Versorger konventionell KGV-A < 10
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
32.707 18.705,380 CZK NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Strom/Vertrieb 54.58%
Stromerzeuger/ Versorger konventionell 43.41%
Nicht erneuerbare Brennstoffe 2.01%

Überblick

CEZ AG ist einer der größten Energieversorger der Tschechischen Republik, die Majoritätsinhaber der Aktien des Unternehmens ist. CEZ AG, mit Hauptsitz in Prag, wurde im Jahr 1992 gegründet und beschäftigt über 30.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2003 wurde durch Zusammenschluss mit fünf Verteilungsgesellschaften die CEZ-Gruppe gegründet, die mittlerweile sogar in Bulgarien, Rumänien und Polten tätig ist, wobei sich weitere Tochterunternehmen in Serbien, Bosnien und Herzegowina und Ukraine befinden. Anfang des Jahres 2009 erwarb der Energiekonzern die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft AG.

Produkte und Dienstleistungen

Der Konzern produziert und vertreibt nicht nur Strom, zu seinen Geschäftsaktivitäten zählen auch Telekommunikation, Informatik, Kernforschung, Planung, Aufbau und Erhaltung der Energieanlagen, Rohstoffgewinnung und Bearbeitung der Energienebenprodukte.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Die CEZ AG ist Eigentümer des Kernkraftwerks Temelin, das mit erhöhtem Sicherheitsrisiko betrieben wird. Die fehlerhaften Sicherheitsventile sollen noch immer nicht erneuert worden sein. Außerdem werden immer wieder Störfälle gemeldet, obwohl dies nicht im Sinne des Melker Protokolls, ein Abkommen zwischen dem Bundesland Oberösterreich und der Tschechischen Republik, ist.

CEZ drängt stark zum Ausbau des Atomkraftwerks Temelin und möchte auch weitere Atomkraftwerke vergrößern, da der Konzern der Meinung sei, dies wäre die einzige nutzvolle Lösungsmöglichkeit, um den CO2-Ausstoß weltweit zu senken sowie die Strompreise zu verringern. Das Energieunternehmen gab an, mit dem Betrieb der erweiterten Blöcke des Kraftwerks bis zum Jahr 2020 beginnen zu wollen. Als die Erweiterungspläne vor einger Zeit bekannt gemacht wurden, reichte das Land Oberösterreich Beschwerde ein, da die Umweltschutzbestimmungen in der Tschechischen Republik nicht EU-konform sein sollen und die vier Varianten des geplanten Reaktortypen zudem noch nie zuvor dauerhaft getestet wurden.

CEZ sowie zwei anderen Energieversorgern werden im Juni 2010 vom Staat Bulgarien Lizenzverstöße vorgeworfen. Es soll sich um Auslagerungen von Dienstleistungen sowie um die Verrechnung von überteuerten Preisen handeln. Nun wird laut bulgarischen Medienberichten eine Strafzahlung in Höhe von etwa 511.300 Euro oder sogar mehr gefordert.

Das Atomkraftwerk Dukovany produziert jährlich knapp 44 Tonnen ausgebrannten Brennstoff, wobei beide Atomkraftwerke während ihrer gesamten Betriebszeit insgesamt 3.000 Tonnen ausgebrannten Brennstoff erzeugen.

Es laufen noch immer Proteste von rund 116 Gemeinden der Tschechischen Republik gegen ein unterirdisches Endlager von Müll, wobei das Problem der Endlagerung jeden einzelnen Betreiber von Kernkraftanlagen betrifft. Die ungelöste Problematik der radioaktiven Abfälle stand auch im Mittelpunkt der großen Informationskampagne des Landes Oberösterreich in Tschechien im Sommer 2003. Desweiteren zählt das von CEZ AG betriebene Braunkohlekraftwerk Prunéøov zu einem der größten CO2-Verursacher der Europäischen Union.

Im Mai 2009 wurde zwischen den Vertretern der staatlichen slowakischen Energiegesellschaft JAVYS und der tschechischen CEZ AG ein Vertrag über den Bau eines neuen Atomkraftwerks in Jaslovske Bohunice unterzeichnet. Mit dem Bau des neuen Atomkraftwerks soll im Jahr 2010 begonnen und im Jahr 2020 anstelle der mittlerweile stillgelegten Anlage V-1 in Betrieb genommen werden. Der slowakische Wirtschaftsminister Lubomir Jahnatek gab bekannt, dass es sich um eine Investition in der Höhe zwischen vier und sechs Milliarden Euro handeln würde.

Das Unternehmen begann in den vergangen Jahren mit der Durchführung von Programmen zur Schadstoffsenkung der Kraftwerke. Der Wasserkraft kommt hierbei enorme Bedeutung zu – es werden rund 17 Wasserkraftwerke betrieben. Desweiteren spielt Biomasse eine große Rolle, außerdem sind zwei Windparks sowie eine Solaranlage in Betrieb, die vor allem zu Schauzwecken installiert wurde.

Im August 2008 wurde bekannt, dass die CEZ Gruppe die zwei rumänischen Windfarmen Fantanele und Cogealac kaufen soll, die mit einer Gesamtleistung von 600 Megawatt zu den größten Windenergie-Projekten in Europa zählen.


FER-Bewertungskommentar

CEZ AG verursachte im Jahr 2007 einen CO2-Ausstoß von rund 635 Gramm pro Kilowattstunde. Aktuellere Daten sind jedoch noch nicht veröffentlicht. Der Energiekonzern produziert und handelt mit Atomstrom. Die CO2-intensiven Kohlekraftwerke zählen als Hauptenergiequelle, insbesondere Braunkohlekraftwerke. CEZ AG betreibt das unsichere Atomkraftwerk Temelin und möchte im Jahr 2013 mit dem Bau von zwei weiteren Blöcken beginnen, was vielerorts Proteste auslöst. Die Atomkraftwerke des Energiekonzerns verursachen während ihres gesamten Betriebes etwa 3.000 Tonnen radioaktiven Abfall. CEZ AG plant, bis zum Jahr 2020 rund 820 Millionen Euro in die Entwicklung neuer Windkraftwerke zu investieren, wobei der gegenwärtige Anteil an erneuerbaren Energien bei 17 Prozent liegt.