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Adidas AG

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
DE0005003404 Konsumgüter Fußbekleidung KGV-C 15-20
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
39.155 8.643,767 EUR NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Schuhe 45.55%
Bekleidung & Luxusgüter 44.21%
Freizeitartikel & Spielzeug 10.24%

Überblick

Adidas AG ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Sportartikelindustrie. Gegründet wurde der Konzern im Jahr 1949 von Adi Dassler und seinem Bruder und führt gegenwärtig über 154 Zulieferbetriebe in rund 24 Ländern. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich mit den strategischen Geschäftseinheiten Running, Fußball und Tennis in Herzogenaurach in Deutschland. Im Jahr 1997 übernahm Adidas den französischen Sportartikelhersteller Salomon. Die Marke Reebok wurde im August 2005 an Adidas verkauft. Der Konzern vertreibt seine Produkte auch über eigene Einzelhandelsläden, in denen etwa 40 Prozent der Gesamtmitarbeiterzahl beschäftigt sind.

Produkte

Das Sortiment von Adidas umfasst Sportschuhe, Sportbekleidung und Sportzubehör wie Fuß- und Basketbälle, Taschen und weitere. Unter dem Markennamen TaylorMade-adidas Golf werden Golfausrüstungen vertrieben.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Laut einem Report von Greenpeace im Juni 2009 soll die zunehmende Rinderzucht den Amazonas-Regenwald stark bedrohen. Rund 80 Prozent der Fläche des abgeholzten Regenwalds dient als Nutzfläche für die Rinder. Das Rindfleisch soll beinahe gänzlich von den Bewohnern der umliegenden Orte konsumiert werden, während das gewonnene Leder allerdings in die großen Schuhfabriken nach China, Italien und in dem Vietnam exportiert wird, von wo aus man dann den gesamten europäischen Markt mit den aus Leder produzierten Schuhen oder sonstigen Lederprodukten beliefert. Solche Unternehmen wie Adidas, Nike, Carrefour, Gucci oder IKEA profitieren stark von diesem günstigen Leder, wofür der Regenwald jedoch abgeholzt wird.

Einige große Konzerne, unter anderem auch Adidas, Unilever, Puma oder Nokia, kündigten an, zukünftig keine giftigen Chemikalien in der Herstellung ihrer Produkte, seien es Sportschuhe, Mobiltelefone, Spielzeugartikel, Parfums oder Hautpflegeprodukte, zu verwenden. Greenpeace konnte nämlich giftige Chemikalien im Regenwasser, im Hausstaub und teilweise sogar im Blut der Konsumenten nachweisen. Adidas jedoch gab bekannt, momentan nur auf Giftstoffe bei der Herstellung von Sportschuhen zu verzichten. Parfums und Hygieneprodukte sollen erst später Chemikalien-frei werden.

Da Adidas immer wieder wegen der schlechten Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben kritisiert wurde, stellte das Unternehmen einen Weltdirektor für soziale Fragen ein. Dem Konzern wird immer wieder vorgeworfen, von Ausbeutung und Kinderarbeit in sogenannten „Sweatshops“ zu profitieren. Fußbälle sollen größtenteils von Kindern zusammengenäht werden.

Bei der Hauptversammlung 2008 klagte eine ehemalige Näherin Sonia Lara aus El Salvador das Unternehmen aufgrund der Zahlung von „Hungerlöhnen für einen Akkordmarathon“, da Näher in El Salvador lediglich 100 Euro im Monat verdienen. Der Arbeitsdruck soll zudem ständig zunehmen.

In dem Adidas-Zulieferbetrieb Hermosa im mittelamerikanischen El Salvador waren Arbeiterinnen entlassen worden, da sie sich gegen die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, die gegen exzessive Arbeitszeiten von bis zu 20 Stunden täglich und den miserablen Lohn protestierten. Der Konzern bemüht sich jedoch sehr, die Erwartungen im sozialen Bereich zu erfüllen, denn Verbraucher entscheiden zunehmend nach ethischen Kriterien.

Adidas unterstützte ein privates, jährlich stattfindendes Autorennen, das sogenannte Gumball 3000, das in Deutschland als illegal angesehen wird. Im Jahr 2007 kam dabei ein unbeteiligter Albaner bei der Kollision mit einem teilnehmenden Fahrzeug, dessen Fahrer ein Überholverbot missachtet hatte, ums Leben. Die Frau des Albaners erlag nach einigen Tagen im Koma ihren schweren Verletzungen. Erst daraufhin distanzierte sich Adidas von der Rallye und stieg aus dem Sponsoring aus.


FER-Bewertungskommentar

Adidas strengt sich zwar an, die Arbeitsbedingungen in seinen Zulieferbetrieben zu verbessern, es werden jedoch nur langsam Erfolge erzielt. Adidas und diverse andere Unternehmen profitieren stark von dem günstigen Leder, welches aus Brasilien stammt. Dafür werden große Flächen des Regenwaldes gerodet, um für die Rinderzucht (von denen das Leder kommt) geeignete Weidelandschaften zu gewinnen. Das Unternehmen war Sponsor eines privaten, in Deutschland als illegal angesehenen Autorennen, bei dem im Jahr 2007 bei einer Kollision Menschen ums Leben kamen, wonach sich der Konzern aus dem Sponsoring zurückzog. Die Produktion der Waren wurde größtenteils nach Südostasien verlegt. Adidas gab zusammen mit anderen Konzernen bekannt, zukünftig auf giftige Chemikalien bei der Herstellung von Sportschuhen zu verzichten.