
| ISIN | FER Branchengruppe 1 | FER Branchengruppe 4 | FER-eKGV |
|---|---|---|---|
| SE0000106270 | Handel/Gewerbe | Einzelhandel: Mode | KGV-C 15-20 |
| Mitarbeiter | Marktkap. in Mio. EUR | Währung | Global Compact Mitglied |
|---|---|---|---|
| 53.476 | 37.619,840 | SEK | JA |
| Branchen | Umsatz |
|---|---|
| Bekleidung & Luxusgüter | 100.00% |
Im Frühjahr 2010 wurde ein wahrer Skandal aufgedeckt. H&M soll unverkaufte Winter-Bekleidung vernichtet haben. Angestellte einer New Yorker Filiale sollen aufgrund einer Abweichung von der Qualitätsnorm Wintermäntel mit Rasierklingen und Messern aufgeritzt und die innere Wattierung herausgerissen haben. Außerdem sollen Handschuhen die Finger abgeschnitten und die zerstörte Kleidung daraufhin in Müllsäcke verpackt worden sein. Die Wintermonate in New York bringen eisige Kälte, viele Obdachlose sind aufgrund nicht ausreichend wärmender Bekleidung dieser frierenden Kälte schutzlos ausgeliefert. Anstatt die „nicht der Qualität entsprechenden Kleidung“ an eine Bekleidungs-Sammelstelle für Bedürftige zu spenden, wurde diese restlos zerstört und entsorgt.
Ein weiterer Skandal erschütterte die Textilwelt. Es wurde aufgedeckt, dass nicht alles biologisch ist, was als bio bezeichnet wird. In diesem Fall handelt es sich um aus Indien stammende biologische Baumwolle, welche an H&M und Tschibo verkauft wurde. Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland sowie nach diversen Recherchen zufolge soll diese Baumwolle teilweise gentechnisch verändert worden sein, was wiederum den strengen Ökostandards der belieferten Konzerne, beispielsweise H&M, keineswegs entspricht. Zahlreiche indische Dörfer, aus denen die Baumwolle stammt, sollen diese genmanipulierte Baumwolle auf den Markt gebracht haben. H&M zeigte sich in diesem Fall äußerst betroffen. Der Konzern wurde darüber informiert und soll nun einen Zertifizierer beauftragt haben, die importierte Baumwolle zu testen, um solche Fehler zukünftig zu vermeiden.
Im Jahr 2008 hatte die deutsche Tochter der schwedischen Modekette arbeitsrechtliche Probleme. Arbeitnehmervertreter müssen ihre Rechte oft vor Gericht erkämpfen und riskieren mit ihren Streitpunkten über Tarifverträge und die systematische Behinderung der Arbeit von Betriebsräten sogar Lohnabzug oder gar ihren Job, wobei es in lediglich 80 der rund 325 Filialen überhaupt einen Arbeitnehmervertreter gibt.Der Textilkonzern hatte jahrelang Probleme mit Kinderarbeit, deshalb wurde die Zahl der Zulieferer von über 2.000 Betriebe auf 750 reduziert, um genauere Kontrollen durchführen zu können. 60 Prozent der Waren stammen aus Asien, fast 40 Prozent aus Europa – überwiegend aus der Türkei.
Der Konzern scheut sich nicht vor der engen Zusammenarbeit mit seinen Kritikern. Bei einem Ethik-Test schnitt H&M aufgrund des hohen Verantwortungsbewusstseins der Konzernspitze hervorragend ab und führt seit dem das Ranking des Ethik-Tests der Bekleidungsindustrie mit großem Vorsprung an. Besonders in Zulieferbetrieben versucht das Unternehmen menschenwürdige Arbeitsbedingungen einzufordern.
Im Juni 2010 wurde bekannt, dass H&M erstmalig zu Beginn des Jahres 2011 in Deutschland sogenannte Trainneeprogramme für seine Mitarbeiter einführt, die sich zum Filialassistenten und Filialleiter ausbilden möchten. Diese Programme dauern 15 Monate, wobei man über eine eigenverantwortliche Betreuung einer Abteilung sowie über Verantwortung für Umsatz und Budget lernt.
Im Jahr 2002 beschloss das Textilunternehmen H&M, kein gefährliches PVC Plastinol bei der Herstellung ihrer Bekleidung zu verwenden. Der Konzern geht somit mit gutem Beispiel voran. Einige andere Textilunternehmen allerdings folgen diesem Ansatz nicht. Die Umweltorganisation Greenpeace gab beispielsweise eine Warnung hinaus, dass Disney-Bekleidung eine hohe Konzentration giftiger Chemikalien enthält, wie ein dänisches Labor durch Analysen herausfand. In einem Minnie-Maus-Pyjama dieser Disney-Bekleidung wurde die äußerst hohe Konzentration von 1700 Milligramm pro Kilogramm an Alkylphenol-Ethoxylaten nachgewiesen, welche Hormonstörungen verursachen und teilweise Fische verweiblichen. Die Umweltorganisation ahnt, dass diese Chemikalien aufgrund der mit PVC produzierten Kleidungsaufdrucke in diesen Minnie-Maus-Pyjama gelangt sind. Kleidungsstücke, die ohne PVC produziert wurden – wie jene von H&M – wiesen eine weitaus geringere Menge an Chemikalien auf, die deshalb bereits als unschädlich gelten.
Seit dem Jahr 2004 verwendet H&M ökologisch angebaute Baumwolle für einige Kleidungsstücke. Zulieferer müssen unterschreiben, bestimmte Chemikalien während der Produktion nicht zu verwenden.