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Inditex SA

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
ES0148396015 Handel/Gewerbe Einzelhandel: Mode KGV-C 15-20
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
92.301 31.771,150 EUR JA

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Bekleidung & Luxusgüter 75.43%
Textilien 24.57%

Überblick

Das Textilunternehmen Inditex, kurz für Industrias de Diseno Textil, zählt mit über 4.260 Filialen zu den größten Bekleidungsanbietern der Welt und wurde im Jahr 1963 von Amancio Ortega Gaona in Spanien gegründet. Inditex führt die Ketten Zara, Zara Home, Massimo Dutti, Bershka, Pull and Bear, Stradivarius, Oysho und Uterqüe, mit denen der Konzern in 73 Ländern der Welt vertreten ist. Über 82 Prozent aller Beschäftigten sind Frauen. Zara zählt mit 1.292 Filialen in 72 Ländern als bekannteste Produktions- und Verkaufskette des Konzerns. Hauptsitz des Unternehmens ist im spanischen Galicien, wo im Jahr 1975 auch die erste Zara-Filiale eröffnet wurde. Erstaunlicherweise erlangte Inditex seinen beachtlichen Aufstieg gänzlich ohne klassische Werbeanzeigen oder TV-Spots – nicht wie die meisten seiner Konkurrenten. Bis zum Jahr 2010 möchte die Geschäftsleitung die Unternehmensgröße verdoppeln.

Produkte

Das Unternehmen vertreibt in seinem Sortiment relativ preisgünstige und äußerst aktuelle Mode für ein eher junges Publikum sowie Schuhe und Accessoires.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Im Sommer 2008 streikten Angestellte der Handelskette Zara in Stuttgart aufgrund befristeter Arbeitsverträge und des damit verbundenen Druckes. Außerdem wurde der tariflose Zustand beim spanischen Textilhändler kritisiert, denn trotz des steigenden Gewinnes weigerte sich das Unternehmen, seine Angestellten gemäß den Tarifverträgen des Einzelhandels zu entlohnen.

Zudem wurde bekannt, dass Mitarbeiter der Zara Filialen im östlichen Deutschland mehrere hundert Euro weniger erhalten als jene im Westen, wodurch rund 37 Prozent weniger Personalkosten anfallen. Grund dieser Gehaltsdifferenzen ist der niedrige Umsatz der Filialen im Osten des Landes, weswegen die Mitarbeiter als Mittragende des Geschäftsrisikos herangezogen werden.

Eine portugiesische Zeitung deckte im Jahr 2006 Kinderarbeit bei der Produktion von Schuhen für Zara im Norden Portugals auf. Das Rohmaterial soll von einem Lieferwagen in ein stark von Arbeitslosigkeit betroffenes Dorf transportiert und anschließend an Kinder verteilt worden sein. Diese besuchten nicht mehr die Schule, sondern widmeten sich der Produktion der Schuhe, um das Familieneinkommen zu erhöhen. Als der Artikel veröffentlicht wurde, herrschte tiefe Erschütterung im Bekleidungskonzern. Bereits im Jahr davor kündigte das Unternehmen Verträge mit 400 Subunternehmen aufgrund der Missachtung des Verhaltens-Kodex über Kinderarbeit und Mindestlöhne.

Inditex führt auch Kleidungsstücke aus biologisch angebauter Baumwolle in seinem Sortiment. Da Baumwolle als die bedeutsamste Faser für die weltweite Produktion von Textilien gilt, werden die Baumwollstauden aufgrund der wachsenden Nachfrage unter großem Einsatz von Energie, Wasser, Düngemitteln und Pestiziden gehalten, wodurch beispielsweise ein Kilogramm Baumwolle bis zur Ernte zwischen 7.000 und 30.000 Liter Trinkwasser benötigt.

Bei einem Ethik-Test, der soziales Verhalten, Umwelt, Produktpolitik und Transparenz von großen Textilhandelsunternehmen prüfte, schnitt das Unternehmen Zara mittelmäßig ab und erreichte 48 von 100 möglichen Punkten.

Die zu Inditex SA gehörende Modekette Zara steigert ihren Gewinn aufgrund des großen Erfolges in den Schwellenländern. Hauptaugenmerk wurde auf Russland gelegt – der erste Shop in Tokio wurde zudem eröffnet. Zara soll nun als umsatzstärkste Textil-Einzelhandeslkette weltweit gelten.

Trotz dieser Einzelfälle von Kinderarbeit und geringerem Lohnerhalt, bemüht sich der Konzern sehr, den Regeln der im Jahr 2005 beigetretenen Ethical Trading Initiative folgezuleisten. Diese Initiative wurde im Jahr 1998 gegründet und achtet darauf, dass Unternehmen ihre Produktionsbedingungen für Arbeiter und Arbeiterinnen verbessern, auch in Zulieferbetrieben. Unternehmen, die dieser Initiative beitreten, arbeiten daran, dass sie die Arbeitsbedingungen in ihren gesamten Produktionsstätten und –ketten an internationale soziale Standards anpassen oder sogar über diese Standards hinausgehen.


FER-Bewertungskommentar

Inditex wird aufgrund seiner Beschäftigungspolitik laufend kritisiert, unter anderem kam es zu einem Mitarbeiterstreik in der Handelskette Zara, da die Beschäftigten nicht gemäß den Tarifverträgen des Einzelhandels entlohnt wurden. Außerdem wurde Kinderarbeit in Zulieferbetrieben aufgedeckt. Der Konzern bemüht sich aber enorm, diese Probleme zu bereinigen. Der Konzern ist der Ethical Traiding Initiative beigetreten, eine Initiative, welche sich um