100712

Bristol-Myers Squibb Co

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
US1101221083 Gesundheitswesen Pharmazeutika/Produkte KGV-B 10-15
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
28.000 33.093,800 USD NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Pharmazeutika/Medikamente 86.01%
Pharmazeutika/Nahrungsergänzungsmittel 13.99%

Überblick

Bristol-Myers Squibb, mit Hauptsitz im US-amerikanischen New York, ist eines der führenden Gesundheitsunternehmen der Welt. Die Geschäftsbereiche sind in Medikamente, Medizinprodukte und Ernährung gegliedert. Das Unternehmen wurde im Jahr 1989 durch den Zusammenschluss von Bristol-Myers Company und Squibb Corporation gegründet und beschäftigt Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.

Produkte

Die Produktpalette von Bristol-Myers Squibb umfasst Medikamente und medizinische Hilfsmittel wie Pravachol gegen Herz/Kreislauferkrankungen, Entecavir oder Videx gegen HIV oder auch Sprycel gegen Leukämie. Die Wissenschaftler des Unternehmens befinden sich auf ständiger Suche nach neuen Medikamenten und Wegen, um Krankheiten zu heilen.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Im Mai 2007 hat sich das Pharmaunternehmen in einem Gerichtsverfahren um sein blutdrucksenkendes Medikament Plavix für schuldig bekannt. Das Unternehmen hat hinsichtlich eines Patentverfahrens gegenüber den Bundesbehörden die Unwahrheit gesagt. Das Patentverfahren sei dazu geeignet gewesen, den Wettbewerb auf dem Markt der blutdrucksenkenden Medikamente zu beeinflussen, um die beabsichtigte Kostensenkung für die betroffenen Patienten und Anwender von Plavix zu verhindern. Das Unternehmen muss eine Strafe in Höhe von einer Million US-Dollar zahlen. Auch um das Medikament Vepesid wurde vor Gericht verhandelt. Bristol-Myers Squibb hat das Krebs-Mittel mit einem Aufschlag von 1.131 Prozent verkauft.

Im „Schwarzbuch Markenfirmen“ von Klaus Werner und Hans Weiss, in dem unzählige Machenschaften der Weltkonzerne beschrieben werden, wird Bristol-Myers Squibb mehrfach erwähnt, unter anderem aufgrund Finanzierung unethischer Medikamentenversuche, Behinderung eines Entwicklungslandes bei der Herstellung und Vermarktung lebenswichtiger Medikamente sowie unseriöser Praktiken bei Ausschaltung der Konkurrenz.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA forderte den Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb und einen weiteren auf, das Medikament Erbitux zur Erstbehandlung von Kopf- und Halskrebs mithilfe eines neuen Tierversuchs zu testen. Daraufhin erklärten die beiden Unternehmen unter Berufung auf die Behörde im Frühjahr 2009, dass das Medikament für diese Art von Erstbehandlung zuvor nicht zugelassen werde.

Laut der Tierschutzorganisation NAVS führt der Pharmakonzern Tierversuche durch. Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche kritisiert, dass beim Testen von Arzneimittelwirkungen immer noch Tierversuche die Basis bilden. Tierversuche könnten unerwartete Nebenwirkungen beim Menschen und Arzneimittel-Katastrophen nicht verhindern und Tiere leiden völlig umsonst große Qualen. Die Organisation plädiert für ein grundlegendes Umdenken in der Medizin. Bristol Myers Squibb hat bei dem Versuchslabor HLS Tierversuche in Auftrag gegeben. Dieses Labor ist bekannt dafür extrem grausame Praktiken anzuwenden.

Laut eigenen Angaben engagiert sich das Unternehmen sehr für die Umwelt durch weniger Schadstoff-Emissionen, geringere Abfallmengen sowie durch sparsamen Wasser- und Energieverbrauch. Außerdem übernimmt Bristol-Myers Squibb Patenschaften für bedrohte Pflanzen- und Tierarten und gründete im Jahr 1999 eine Initiative zur Aufklärung über Prävention und Behandlung von AIDS bei Frauen und Kindern in Afrika.

Im Juli 2010 gelang US-amerikanischen AIDS-Forschern eine ultimative Entdeckung. Es wurden laut einer Studie resistente Antikörper entdeckt, die rund 90 Prozent der HIV-Viren abwehren können. In den letzten Jahren versuchten es etliche Pharmaunternehmen mit der Entwicklung antiviraler Medikamente gegen HIV. Die bekanntesten Konzerne unter ihnen waren Abbott Laboratories, Bristol-Myers Squibb, Roche und GlaxoSmithKline PLC.


FER-Bewertungskommentar

Bristol-Myers Squibb versucht offensichtlich, die Preise seiner Krebs- und Depressionsmittel äußerst hoch zu halten. Dies wird von NGO´s kritisiert, da sich dieses Vorgehen zum Schaden der Patienten entwickelt, vor allem jenen gegenüber, welche über nicht ausreichend Budget für Medikamente verfügen. Aufgrund einer Forderung der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde wird die Zulassung eines wichtigen Medikaments gegen Kopf- und Halskrebs verzögert, da das Unternehmen dieses vorerst testen müsste. Der Pharmakonzern gründete eine Initiative zur Aufklärung über AIDS in Afrika und engagiert sich laut eigenen Angaben stark für die Umwelt.