
| ISIN | FER Branchengruppe 1 | FER Branchengruppe 4 | FER-eKGV |
|---|---|---|---|
| US0394831020 | Konsumgüter | Landwirtschaftliche Produkte | KGV-A < 10 |
| Mitarbeiter | Marktkap. in Mio. EUR | Währung | Global Compact Mitglied |
|---|---|---|---|
| 28.200 | 13.543,420 | USD | NEIN |
| Branchen | Umsatz |
|---|---|
| Landwirtschaftliche Produkte | 100.00% |
Archer Daniels Midland gehört zu den weltweit größten Palmölhändlern. Diese Ölpalme wächst allerdings nur im tropischen Regenwaldklima, da sie fortlaufend hohe Temperaturen sowie Niederschläge und Bewässerung benötigt. Dadurch wird der Regenwald gerodet, da er diesen Palmölplantagen Platz machen muss. Palmöl ist ein wichtiges Mittel für die Lebensmittelbranche, da dieses Öl in einer Vielzahl an Produkten steckt, beispielsweise in Margarine oder in diversen Soßen, aber auch in chemischen Mitteln wie Waschpulver. Ein neuer Trend geht in Richtung Agrosprit aus Palmöl. Der Anteil dieses Öls steigt immer mehr im fossilen Dieselkraftstoff. Laborergebnisse brachten ans Licht, dass bereits bis zu 25 Prozent Palmöl im Dieselkraftstoff enthalten ist. ADM zählt neben Cargill, General Electric, Daimler, Deutsche Bank oder VW auch zu einem der größten Agrosprit-Investoren. Während in Dritte-Welt-Länder Menschen hungern müssen, wird für die Herstellung von Bio-Ethanol und Verpackung aus Nahrungsmitteln massenweise Mais ver(sch)wendet. Der Nobelpreisträger Paul Crutzen rechnete vor, dass für die Herstellung von „Biodiesel“ bzw. „Bioethanol“ vor allem wegen der Dünge- und Spritzmittel die Umwelt mehr verschmutzt wird als für die Produktion von fossilen Brennstoffen. Experten fürchten auch eine fortschreitende Wasserknappheit. Das Unternehmen wird zudem verdächtigt, Soja von Farmern zu kaufen, die an illegaler Landaneignung, Rodung und Sklaverei im Regenwald beteiligt sind. ADM soll gemeinsam mit den Lebensmittelkonzernen Cargill und Bungle für 60 Prozent der Sojaproduktion im Amazonas und damit auch für die Zerstörung des Regenwaldes verantwortlich sein. In Indonesien soll für den Bau der Produktionsstätten teilweise illegal Land konfisziert und Einheimische vertrieben worden sein.
Obwohl die Zukunft laut Experten im Elektroauto liegt, wächst die Anzahl der Äcker mit genmanipulierten Pflanzen für Bio-Sprit immer mehr – die drei wohl bekanntesten sind Mais, Raps und Soja. Kleinere Ethanol-Raffinerien in den Vereinigten Staaten wurden von großen Konzernen wie Archer Daniel Midland aufgekauft, nebenbei entstehen riesengroße Ethanol-Fabriken. Das Erdöl soll ersetzt werden durch patentierte Pflanzen. Dadurch beginnen Agrar- und Erdöl- bzw. Autokonzerne mit Kooperationen, beispielsweise arbeitet ADM eng mit VW zusammen, auch der größte Gentechnikkonzern Monsanto kooperiert mit ADM. Auch die Europäische Union möchte bis zum Jahr 2020 etwa zehn Prozent ihres Treibstoffbedarfs mit Bio-Ethanol decken.
Im US-amerikanischen Los Angeles wurde ADM zusammen mit den Lebensmittelkonzernen Cargill und Nestlé auf Kinderhandel geklagt. Die Kinder sollen 14 Stunden am Tag unter Schlägen mit nicht genügend Nahrung und Schlaf zur Arbeit auf den Kakaoplantagen gezwungen worden sein.Außerdem soll der Lebensmittelkonzern bei der US-Regierung Lobbying betrieben haben, damit Ethanol zu Benzin zugefügt wird. Auch in Brüssel soll ADM seinen Einfluss einsetzen, damit genetisch veränderte Lebensmittel am EU-Markt zugelassen werden. Auch gegen ein Gesetz, dass Kinderarbeit in der Zulieferkette bei den in die USA importierten Lebensmitteln auf freiwilliger Basis aufzeigen soll, wurde angeblich aggressives Lobbying betrieben, wie ILRF - International Labor Rights Forum berichtet.
Das Unternehmen unterstützt ein Moratorium gegen weitere Abholzung der Regenwälder im Amazonasgebiet. Es verspricht keine Rohstoffe von Feldern, die nach 2006 durch Rodung entstanden sind, zu kaufen.
Der Konzern soll auch bemüht sein, seinen Wasserverbrauch zu senken und biologische Landwirtschaft zu fördern, indem er unter anderem Kakaobohnen auf biologischer Basis herstellt. ADM verwendet zwar gentechnisch veränderte Produkte, dennoch möchte der Konzern mehr für gentechnikfreies Soja bezahlen, da bessere Absatzchancen bestünden. Zudem produziert das Unternehmen Verpackungen aus pflanzlichen Rohstoffen.