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Daimler AG

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
DE0007100000 Industrie Automobilhersteller KGV-B 10-15
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
254.779 44.455,900 EUR JA

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Automobilhersteller 90.77%
Finanzdienste spezialisiert 9.23%

Überblick

Daimler AG ist eines der weltweit führenden Automobilhersteller und der größte Hersteller von schweren und mittelschweren LKWs. Der Konzern, mit Hauptsitz im deutschen Stuttgart, wurde im Jahr 1998 als DaimlerChrysler AG gegründet und beschäftigt zahlreiche Mitarbeiter in Produktionsstätten auf allen fünf Kontinenten. Daimler AG vertreibt Fahrzeuge in nahezu allen Ländern der Welt mit den Marken Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks, Trucks Asia und weitere. Im Jahr 2007 erfolgte eine Umbenennung des Unternehmens von DaimlerChrysler AG in Daimler AG. Der Konzern ist mit mindestens 15 Prozent an EADS – einem Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern – beteiligt.

Produkte und Dienstleistungen

Daimler AG produziert Vans und Busse sowie PKWs und LKWs. Außerdem bietet das Unternehmen mit seinem Daimler Financial Services, dem Daimler Truck Financial und der Mercedes-Benz Bank Dienstleistungen wie Leasing und Finanzierung an.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Anfang 2010 geriet Daimler mit einem Bestechungsskandal in die Schlagzeilen: Das US-Justizministerium beschuldigt den Konzern, in den Jahren 1998 bis 2008 in 22 Ländern dortige Amtsträger bestochen zu haben, um Aufträge zu sichern. Daimler kooperiert mit den Ermittlern, um einem Prozess zu entgehen. Die Rede ist von einer „freiwilligen“ Zahlung von 185 Mio. US$.

Kritisiert wird Daimler AG für den scheinbar fehlenden Willen zum Klimaschutz und für fehlende soziale Verantwortung. Beispielsweise verbraucht der PKW Mercedes R 350 Bluetec im Durchschnitt 8,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer, das wiederum zu einem CO2-Ausstoß von 231 Gramm pro Kilometer führt. Gegenwärtig stoßen Daimler-Fahrzeuge rund 178 Gramm CO2 pro Kilometer aus.

Daimler AG beschäftigt zahlreiche Leiharbeiter, wobei die festgeschriebene Quote von maximal vier Prozent an vielen Standorten überschritten wird. Leiharbeiter beziehen beinahe die Hälfte weniger Gehalt als ihre Kollegen, haben keinen Kündigungsschutz und werden auf Arbeitsplätzen mit schlechten Bedingungen eingesetzt.

Das Unternehmen führte dubiose Praktiken im Busgeschäft durch – allem Anschein nach sollen unsaubere Geschäfte mit Bussen in der Türkei und in Usbekistan Hintergrund dafür gewesen sein. Seit dem Jahr 2004 wurden mehrere Fälle von Untreue oder Bestechung bekannt, außerdem soll die Börsenaufsicht der Vereinigten Staaten wegen Schmiergeldaffären in zahlreichen Ländern, vor allem in Afrika, Asien und Osteuropa, ermitteln.

Der Konzern zählt zu den größten juristischen Spendern in Deutschland. Seit dem Jahr 2000 sollen bereits über 3,5 Millionen Euro an die Bundestagsparteien gespendet worden sein.

Durch seine Beteiligung an EADS ist Daimler Hauptaktionär an einem Unternehmen, das Landminen, Streubomben und Technologien für Atombomben herstellt.

Der Automobilkonzern gab bekannt, die Vertriebskosten der PKW-Branche um 30 Prozent senken zu wollen, um eine neue, bessere und übersichtlichere Vertriebsorganisation aufzubauen, indem künftig allen Niederlassungsländern gewisse Kostenziele vorgegeben werden sollen.

Die Daimler AG gibt an, bis zum Jahr 2012 die Klimaschutzvorgaben der Europäischen Union erfüllen zu wollen, indem der Kohlendioxid-Ausstoß speziell von Mercedes und Smart auf 136 Gramm pro Kilometer gesenkt werden soll. Die EU-Kommission hat das Automobilunternehmen am 23.09.09 mit dem eSafety Award in der Katgorie "Industrie & Technologie" ausgezeichnet. Daimler erhielt den Preis für sein langjähriges Engagement und seine Vorreiterrolle bei der Einführung von Fahrzeugtechnologien zur Steigerung der Verkehrssicherheit.


FER-Bewertungskommentar

Daimler AG ist mit mindestens 15 Prozent an EADS beteiligt und somit Hauptaktionär eines Unternehmens, das Landminen, Streubomben und Technologien für Atombomben produziert. PKWs der Mercedes-R-Klasse erzeugen einen enorm hohen CO2-Ausstoß von 231 g/km. Die gegenwärtig produzierten Fahrzeuge des Konzerns liegen mit ihrem CO2-Ausstoß jedoch im Mittelfeld bei 178 g/km. Bis zum Jahr 2012 möchte Daimler AG Klimaschutzvorgaben erfüllen und die CO2–Emissionen der Mercedes-Fahrzeuge auf 136 g/km senken. Im März des Jahres 2010 wurde gegen Daimler ein Verfahren wegen Bestechung eingeleitet, das Urteil ist noch offen. Desweiteren ist das Unternehmen bekannt für die Beschäftigung von Leiharbeitern, die wesentlich weniger verdienen als gewöhnliche Arbeiter. Der Konzern hat seit dem Jahr 2000 Millionen von Euro an deutsche Bundestagsparteien gespendet und setzt sich sehr für die Verkehrssicherheit seiner Fahrzeuge ein.