
| ISIN | FER Branchengruppe 1 | FER Branchengruppe 4 | FER-eKGV |
|---|---|---|---|
| GB0007980591 | Rohstoffe/Erdöl/Erdgas | Integrierte Erdöl- und Erdgasbetriebe | KGV-A < 10 |
| Mitarbeiter | Marktkap. in Mio. EUR | Währung | Global Compact Mitglied |
|---|---|---|---|
| 80.300 | 89.750,470 | GBP | JA |
| Branchen | Umsatz |
|---|---|
| Erdöl/Gas-Raffinierung & Vermarktung | 88.09% |
| Erdöl /Gas-Exploration & Produktion | 11.14% |
| Rohstoffe/Erdöl/Erdgas | 0.77% |
Am 22. April 2010 kam es im Golf von Mexiko zur möglicherweise größten je dagewesenen Umweltkatastrophe: Die von BP genutzte Bohrinsel „Deepwater Horizon“ ist nach einer Explosion gesunken, elf Arbeiter kamen dabei ums Leben. Erst nach rund drei Monaten konnte das Bohrloch vorübergehend gestopft werden, indem eine Kappe über das Loch gestülpt wurde. Derzeit laufen Entlastungsbohrungen, nach deren Fertigstellung soll die Quelle mit Zement verschlossen werden. Die bisherigen Kosten der Umweltkatastrophe werden auf $ 100 Mrd. geschätzt, der Börsenwert von BP hat sich halbiert.
Die Schuld an dem Unglück spielen sich BP, Transocean (Eigner und Betreiber der Bohrinsel) und Halliburton gegenseitig zu. Halliburton war beauftragt, das Bohrloch mit einem Zementpfropfen zu verschließen. Für die Natur bedeutet das Unglück ein „Hiroshima am Golf“. Der Sauerstoffgehalt im ölverseuchten Wasser ist extrem niedrig, was gravierende Folgen für Flora und Fauna haben könnte. Forscher befürchten, dass der schwarze Teppich alles Leben Unterwasser ersticken könnte. Diese Ölkatastrophe wird möglicherweise die ökologische und wirtschaftliche Zerstörung der Golfküste nach sich ziehen. 400 bis 600 Tierarten sind nach Schätzungen des WWF bedroht. Das Öl verklebt beispielsweise die Kiemen der Fische oder wird von Schildkröten verschluckt.
Im Zusammenhang mit dem Bau einer Pipeline im Kaukasus besteht Korruptionsverdacht. Außerdem gab es Fehlplanungen beim Korrosionsschutz (trotz Expertenwarnung), was bedeutet, dass die Pipeline in Kürze durch ein Leck beschädigt werden könnte. Der Bau dieser Baku-Ceyhan-Pipeline, bei der BP Konsortium-Leiter ist, führt durch das Gobustani Reservat in Aserbaidschan, das als Weltkulturerbe von UNESCO-United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization unter Schutz gestellt ist. Außerdem streift sie über eine 20 Kilometer lange Strecke den Bordschomi-Naturpark, das Einzugsgebiet für das Bordschomi-Mineralwasser (ein Exportprodukt Georgiens) ist.
In den letzten Jahren gab es zahlreiche Unfälle bei BP, die zu Umweltverschmutzung führten (Na Kika nahe New Orleans, Alaska, Kalifornien). Außerdem kam es zu einer großen Explosion in einer BP-Raffinerie in Texas im Jahre 2005, bei der 15 Menschen getötet und 170 verletzt wurden, da die Anlagen veraltet und trotz Warnung nicht erneuert wurden. Eine Überprüfung zeigte, dass keine effektiven Sicherheitsstandards umgesetzt worden waren.
Der Konzern wird von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beschuldigt, in Kolumbien Waffen importiert und die für ihre Brutalität berüchtigte örtliche Polizei ausgebildet zu haben.In Ecuador protestierten indigene Völker gegen die BP Tochter Arco, die an der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen im Amazonas beteiligt ist. BP ist in den Primärwäldern und dem Quellgebiet des Amazonas tätig. Die Umweltbelastungen sind enorm. Bereits 40 Prozent des ursprünglichen Urwalds Ecuadors sind durch die direkten oder indirekten Auswirkungen der Ölförderung der verschiedenen Ölfirmen bereits zerstört. Das Risiko einer Krebserkrankung ist für die Einheimischen in diesem Gebiet um 30 Prozent höher.
Der Konzern profitierte zudem vom Irakkrieg. BP-Ingenieure lehrten den Kampftruppen vor dem Krieg die Betreibung von Ölfeldern im Südirak. Nun ist das Unternehmen bei der Ausbeutung der Ölreserven des Landes an der Spitze mit dabei.Die Aktivitäten von BP sollen vor der Küste der russischen Insel Sachalin die letzten hundert Grauwale bedrohen.
BP bemühte sich lange Zeit, umweltfreundlicher als andere Ölkonzerne zu sein. Seine Anstrengungen in Bezug auf Ethik und Nachhaltigkeit beeindruckt stark Nachhaltigkeitsexperten. Die Firmenrealität zeigt jedoch auch, dass BP mit anderen Ölkonzernen viele negative Seiten teilt.
Das Öl- und Gasgeschäft wird weiter ausgebaut. Es gibt allerdings Bemühungen, den CO2-Ausstoß zu verringern.
BP hat sich aus einem Pipelineprojekt in China wegen befürchteten Menschenrechtsverletzungen zurückgezogen (bei dem das Unternehmen Esso noch dabei ist). Das Unternehmen hat sich aus der radikalen Anti-Klimaschutzlobby Global Climate Council zurückgezogen und investiert sehr viel in die Erforschung und den Ausbau alternativer Energieformen. BP ist bemüht, das lokale Umfeld mit Energieprojekten, Schulungen und Ausbildung regionaler Zulieferer zu unterstützen.