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BP PLC

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
GB0007980591 Rohstoffe/Erdöl/Erdgas Integrierte Erdöl- und Erdgasbetriebe KGV-A < 10
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
80.300 89.750,470 GBP JA

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Erdöl/Gas-Raffinierung & Vermarktung 88.09%
Erdöl /Gas-Exploration & Produktion 11.14%
Rohstoffe/Erdöl/Erdgas 0.77%

Überblick

BP ist mit 96.000 Mitarbeitern der zweitgrößte Ölkonzern der Welt. Das Unternehmen wurde als Anglo-Persian Oil Company gegründet und hat heute seinen Sitz in London. 1914 übernahm die britische Regierung die Aktienmehrheit an dem Unternehmen. Das Hauptförderland war bis 1951 der Iran. Der Konzern, der zu diesem Zeitpunkt Anglo-Iranian Company hieß, wurde dort durch den Premierminister Mohammad Mossadegh verstaatlicht. 1954 folgte die Umbenennung des Unternehmens in British Petroleum Company. BP förderte Öl in Alaska und in UK (Offshore). 1987 wurde BP vollkommen privatisiert. Es kam zu zahlreichen Übernahmen, Fusionen (Amoco, Arco, Castrol) und Beteiligungen (Sohio). Das Unternehmen betreibt mehr als 28.000 Tankstellen und engagiert sich neben dem Mineralölgeschäft verstärkt im Bereich der alternativen Energieträger.

Produkte und Dienstleistungen

Der Konzern ist in der Exploration, in der Raffination, im Transport und in der Vermarktung von Erdöl und Erdgas tätig. BP ist zudem in der Solar-, Windkraftbranche und im Bereich der biogenen Treibstoffe und in der Wasserstofftechnologie aktiv. Das Energieunternehmen betreibt seine Geschäfte weltweit unter den drei großen Marken BP, Aral und Castrol.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Am 22. April 2010 kam es im Golf von Mexiko zur möglicherweise größten je dagewesenen Umweltkatastrophe: Die von BP genutzte Bohrinsel „Deepwater Horizon“ ist nach einer Explosion gesunken, elf Arbeiter kamen dabei ums Leben. Erst nach rund drei Monaten konnte das Bohrloch vorübergehend gestopft werden, indem eine Kappe über das Loch gestülpt wurde. Derzeit laufen Entlastungsbohrungen, nach deren Fertigstellung soll die Quelle mit Zement verschlossen werden. Die bisherigen Kosten der Umweltkatastrophe werden auf $ 100 Mrd. geschätzt, der Börsenwert von BP hat sich halbiert.

Die Schuld an dem Unglück spielen sich BP, Transocean (Eigner und Betreiber der Bohrinsel) und Halliburton gegenseitig zu. Halliburton war beauftragt, das Bohrloch mit einem Zementpfropfen zu verschließen. Für die Natur bedeutet das Unglück ein „Hiroshima am Golf“. Der Sauerstoffgehalt im ölverseuchten Wasser ist extrem niedrig, was gravierende Folgen für Flora und Fauna haben könnte. Forscher befürchten, dass der schwarze Teppich alles Leben Unterwasser ersticken könnte. Diese Ölkatastrophe wird möglicherweise die ökologische und wirtschaftliche Zerstörung der Golfküste nach sich ziehen. 400 bis 600 Tierarten sind nach Schätzungen des WWF bedroht. Das Öl verklebt beispielsweise die Kiemen der Fische oder wird von Schildkröten verschluckt.

Im Zusammenhang mit dem Bau einer Pipeline im Kaukasus besteht Korruptionsverdacht. Außerdem gab es Fehlplanungen beim Korrosionsschutz (trotz Expertenwarnung), was bedeutet, dass die Pipeline in Kürze durch ein Leck beschädigt werden könnte. Der Bau dieser Baku-Ceyhan-Pipeline, bei der BP Konsortium-Leiter ist, führt durch das Gobustani Reservat in Aserbaidschan, das als Weltkulturerbe von UNESCO-United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization unter Schutz gestellt ist. Außerdem streift sie über eine 20 Kilometer lange Strecke den Bordschomi-Naturpark, das Einzugsgebiet für das Bordschomi-Mineralwasser (ein Exportprodukt Georgiens) ist.

In den letzten Jahren gab es zahlreiche Unfälle bei BP, die zu Umweltverschmutzung führten (Na Kika nahe New Orleans, Alaska, Kalifornien). Außerdem kam es zu einer großen Explosion in einer BP-Raffinerie in Texas im Jahre 2005, bei der 15 Menschen getötet und 170 verletzt wurden, da die Anlagen veraltet und trotz Warnung nicht erneuert wurden. Eine Überprüfung zeigte, dass keine effektiven Sicherheitsstandards umgesetzt worden waren.

Der Konzern wird von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beschuldigt, in Kolumbien Waffen importiert und die für ihre Brutalität berüchtigte örtliche Polizei ausgebildet zu haben.

In Ecuador protestierten indigene Völker gegen die BP Tochter Arco, die an der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen im Amazonas beteiligt ist. BP ist in den Primärwäldern und dem Quellgebiet des Amazonas tätig. Die Umweltbelastungen sind enorm. Bereits 40 Prozent des ursprünglichen Urwalds Ecuadors sind durch die direkten oder indirekten Auswirkungen der Ölförderung der verschiedenen Ölfirmen bereits zerstört. Das Risiko einer Krebserkrankung ist für die Einheimischen in diesem Gebiet um 30 Prozent höher.

Der Konzern profitierte zudem vom Irakkrieg. BP-Ingenieure lehrten den Kampftruppen vor dem Krieg die Betreibung von Ölfeldern im Südirak. Nun ist das Unternehmen bei der Ausbeutung der Ölreserven des Landes an der Spitze mit dabei.

Die Aktivitäten von BP sollen vor der Küste der russischen Insel Sachalin die letzten hundert Grauwale bedrohen. BP bemühte sich lange Zeit, umweltfreundlicher als andere Ölkonzerne zu sein. Seine Anstrengungen in Bezug auf Ethik und Nachhaltigkeit beeindruckt stark Nachhaltigkeitsexperten. Die Firmenrealität zeigt jedoch auch, dass BP mit anderen Ölkonzernen viele negative Seiten teilt.

Das Öl- und Gasgeschäft wird weiter ausgebaut. Es gibt allerdings Bemühungen, den CO2-Ausstoß zu verringern.

BP hat sich aus einem Pipelineprojekt in China wegen befürchteten Menschenrechtsverletzungen zurückgezogen (bei dem das Unternehmen Esso noch dabei ist). Das Unternehmen hat sich aus der radikalen Anti-Klimaschutzlobby Global Climate Council zurückgezogen und investiert sehr viel in die Erforschung und den Ausbau alternativer Energieformen. BP ist bemüht, das lokale Umfeld mit Energieprojekten, Schulungen und Ausbildung regionaler Zulieferer zu unterstützen.


FER-Bewertungskommentar

Im April 2010 explodierte eine Bohrinsel von BP in der Karibik. Elf Menschen kamen dabei ums Leben. Unmengen von Öl trat aus und verpestete das Meer. Es handelt sich bei diesem Unfall um eine unermessliche Umweltkatastrophe für alle Pflanzen und Tiere die dort leben. BP bemüht sich mehr als andere Ölkonzerne, ein Image als soziales und umweltbewusstes Unternehmen zu vertreten. Der Konzern investiert stark in die Erforschung und Entwicklung erneuerbarer Energien und hat auch bereits Projekte, beispielsweise Solarenergie in den USA und Indien) umgesetzt, womit das Energieunternehmen durchaus wegweisend sein kann. Allerdings setzt der Konzern auch weiterhin sein Hauptaugenmerk auf das Öl. BP ist im Amazonas aktiv. Dies bedeutet eine teilweise Zerstörung des Regenwaldes sowie die Beraubung der Lebensgrundlage der Einheimischen. Der Konzern ist auch in anderen ökologisch sensiblen Regionen tätig. Zudem gibt es Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen. Im Zusammenhang mit dem Bau der Baku-Ceyhan-Pipeline besteht Korruptionsverdacht.