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ArcelorMittal

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
LU0323134006 Rohstoffe/Erdöl/Erdgas Stahl KGV-B 10-15
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
282.000 38.086,320 EUR NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Stahl 68.52%
Metalle & Bergbau-Umfassend 31.48%

Überblick

ArcelorMittal ist mit einem Weltmarktanteil von 10 Prozent bei weitem der größte Stahlproduzent der Welt. Der Konzern entstand im Jahr 2007 aus einer Fusion der Mittal Steel Company und Arcelor. Der Sitz des Unternehmens, das in mehr als 60 Ländern tätig ist, ist in Luxemburg. Konzernchef ist der indische Unternehmer Lakshmi Mittal und gilt laut Forbes Magazin als Nummer Acht der reichsten Menschen der Welt.

Produkte

Der Konzern ist Marktführer auf vier Kontinenten und nimmt in wichtigen Kundensegmenten Spitzenpositionen ein: Automobilindustrie, Bauwesen, Haushaltsgeräte- und Verpackungsindustrie. ArcelorMittal ist richtungsweisend bei Technologie, Forschung und Entwicklung.

Umwelt, Ethik, Wirtschaft

Im Jahr 2010 ist ArcelorMittal für den Public Eye Global Award nominiert, dem Negativ-Preis für besonders rücksichtslose Unternehmen. Vor einigen Jahren hat der Konzern den angeschlagenen südafrikanischen Stahlproduzenten Iscor weit unter dem Marktwert übernommen. ArcelorMittal ist nicht bereit, die Verantwortung für die enorme Umweltverschmutzung, welche das Hauptwerk verursacht, zu übernehmen – obwohl dies auch ein Grund für den Erwerb zum Spottpreis war. Anrainer klagen über Konserven und Fensterrahmen, die schnell durchrosten. Tiere werden deformiert geboren. Die Krebserkrankungsrate ist überdurchschnittlich hoch. Weiters werden ArcelorMittal illegale Giftmüll-Entsorgung, betrügerische Marktaufteilung und Preisabsprachen vorgeworfen. Viele Beschäftigte wurden entlassen und deren Behausungen verkauft – dies ohne die Mieter zu informieren.

Der Toxic 100 Air Polluters Index 2010 ermittelt die Top-US-Luftverschmutzer unter den größten Unternehmen weltweit. Der Index beruht auf Studien der Umweltschutzbehörde Environmental Risk Screening Indicators (RSEI). Die Reihung der Konzerne erfolgt nach der Höhe der chronischen Gefährdung für die menschliche Gesundheit durch industrielle Gift und Chemikalien. Im Jahr 2010 kam Arcelor Mittal auf Platz 5 der Rangliste. Beim Ranking sind die erreichte Giftpunktzahl (Masse der direkt und indirekt in die Luft abgegebenen Schadstoffe) und die Masse der direkt und indirekt ausgestoßenen Luftgifte ausschlaggebend.

Ein Unternehmensgrundsatz lautet: "Wir setzen uns dafür ein, die wirtschaftlichen, sozialen und umweltrelevanten Ziele als gleichrangig zu betrachten. Wir sind visionäre Denker, die täglich neue Ideen hervorbringen. Unser Unternehmensgeist brachte uns an die Spitze der Stahlindustrie. Nichts ist uns wichtiger als die Gesundheit und Sicherheit unserer Arbeitskräfte. Das ist mehr als eine Aussage – es ist eine Denkweise, die entscheidend für den Erfolg unseres Unternehmens ist." Wie ernst es das Unternehmen mit seinen Grundsätzen nimmt, sieht man an folgenden Beispielen: Im Jahr 2008 kam es in ArcelorMittal-Gruben in Kasachstan zweimal zu einem Unglück, bei dem insgesamt 35 Grubenarbeiter ihr Leben verloren. Mitglieder von Global Action on ArcelorMittal geben mangelhaften Sicherheitsnormen und überholter Technologie die Schuld. Auch der Staatsanwalt der Region Karaganda/Kasachstan nennt die schlechten Arbeitsbedingungen, die weder Gesundheits- noch Sicherheitsstandards entsprechen, sowie absolut veraltete Betriebsanlagen als Hauptursache der Grubenunglücke. Seit 1995 erhielt ArcelorMittal 400 Millionen US-Dollar an öffentlichen Darlehen zur Verbesserung der Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltstandards. Dass diese Mittel effektiv eingesetzt werden, darf angesichts der tödlichen Unfälle bezweifelt werden.

In Rumänien protestierten im April 2008 die Arbeiter von ArcelorMittal gegen die Hungerlöhne. Ein rumänischer Stahlarbeiter verdiente nach Angaben des Statistikamtes zu diesem Zeitpunkt rund 350 Euro pro Monat. Das Management ließ nach zwei Streiktagen den Arbeitskampf durch ein örtliches Gericht für illegal erklären und jegliche Streiks verbieten.

Im Mai 2009 demonstrierten wütende Stahlarbeiter gegen den Abbau von 9.000 Arbeitsplätzen bei gleichzeitiger Auszahlung einer Dividende von 1,1 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre. Die Wut der Demonstranten richtete sich auch gegen die Weigerung der Gewerkschaften, einen gemeinsamen Kampf aller Beschäftigten zu organisieren.


FER-Bewertungskommentar

Für besonders rücksichtsloses Verhalten wird ArcelorMittal im Jahr 2010 für den Public Eye Global Award nominiert. Der Konzern übernimmt keine Verantwortung für die enorme Umweltverschmutzung, welche ein südafrikanisches Werk verursacht. In der Nähe des Werkes werden Tiere deformiert geboren, die Krebserkrankungsrate ist überdurchschnittlich hoch. Es gibt Vorwürfe betreffend illegale Giftmüll-Entsorgung, Preisabsprachen und betrügerische Marktaufteilung. Beim Toxic 100 Air Polluters Indes 2010 (Index der Top-US-Luftverschmutzer) nimmt das Unternehmen Platz 5 der Rangliste ein. In manchen ArcelorMittal-Werken kommt es zu schlechten Arbeitsbedingungen und mangelnden Gesundheits- und Sicherheitsstandards. Betriebsanlagen sind teilweise massiv veraltet. Dies wird auch als Ursache für zwei Grubenunglücke in Indien vermutet, bei denen 35 Arbeiter getötet wurden. In Rumänien werden Arbeiter für einen Hungerlohn angestellt, Streiks werden verboten. Während im Zuge der Finanzkrise tausende Stellen abgebaut werden, bekommen die Aktionäre gleichzeitig eine Dividende von 1,1 Milliarden US-Dollar.