
| ISIN | FER Branchengruppe 1 | FER Branchengruppe 4 | FER-eKGV |
|---|---|---|---|
| FR0010208488 | Energie/Versorger | Stromerzeuger/ Versorger konventionell | KGV-B 10-15 |
| Mitarbeiter | Marktkap. in Mio. EUR | Währung | Global Compact Mitglied |
|---|---|---|---|
| 183.000 | 55.957,640 | EUR | JA |
| Branchen | Umsatz |
|---|---|
| Stromerzeuger/ Versorger konventionell | 45.08% |
| Umweltdienste | 41.85% |
| Erdöl /Gas-Exploration & Produktion | 8.43% |
| Energie/Versorger | 4.64% |
Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1858 unter dem Namen „Compagnie universelle du canal maritime de Suez“. Die ursprüngliche Funktion des Unternehmens war der Bau und Betrieb des Suezkanals. Im Jahr 1956 wurde der Kanal verstaatlicht und das Unternehmen entschädigt. Nach der Suezkrise (dem fehlgeschlagenen Versuch, den Suezkanal militärisch zurückzuerobern) ging das nunmehrige Unternehmen „Compagnie financière de Suez“ diverse Beteiligungen ein. Im Jahr 1989 verschmolz Suez mit der belgischen Industrieholding Société Générale de Belgique, Ende der 90er Jahre wurde der französische Wasserversorger Lyonnaise des Eaux übernommen. Im Jahr 2008 fusionierte Suez mit dem Gasversorgers Gaz de France (GDF) und erhielt den heutigen Namen GDF Suez. Der französische Staat hält 36% der Anteile.
Die Energieversorgung erfolgt durch konventionelle Kraftwerke, Atomkraftwerke sowie Windkraftanlagen, wobei die Atomenergie 17% am Energiemix beträgt.
GDF Suez ist neben Vivendi der größte Wasserverteiler der Welt. Die Energieaktivitäten koordiniert der Konzern über seine belgische Tochter Tractebel. Die Tochtergesellschaft Sita betreibt Müllverbrennungs- und Entsorgungsanlagen auf der ganzen Welt. Nach der Fusion mit Gaz de France wurde Suez zum Weltmarktführer auf dem Gebiet Flüssigerdgas.
Gemeinsam mit EON möchte sich Suez mit einem Atomkraftwerk an Italiens Wiedereinstieg in die Kernkraft beteiligen. Eine diesbezügliche Absichtserklärung ist bereits unterzeichnet worden.
Im Jahr 2010 ist GDF Suez für den Public Eye Global Award nominiert, dem Negativ-Preis für besonders rücksichtslose Unternehmen. Der Konzern beteiligt sich über das Tochterunternehmen Tractebel Energia maßgeblich am Bau des brasilianischen Jirau-Staudammes am Rio Madeira, der 2013 in Betrieb gehen soll. Für das Aufstauen des wichtigsten Amazonas-Zuflusses müssen tausende Indigene zwangsumgesiedelt und riesige Waldbestände gerodet werden. Boden und Wasser werden durch Quecksilber kontaminiert und die Bevölkerung dadurch ihrer Lebensgrundlage entzogen. Der Dialog mit der Bevölkerung wird von GDF Suez verweigert, Proteste ignoriert. Der Konzern verstößt gegen international anerkannte Umweltprinzipien, was zu politischen Spannungen zwischen den Anrainerstaaten führt.
Im Juli 2009 wurden GDF Suez und E.ON zu je € 553 Mio. Kartellstrafe verurteilt. Es ist dies eine der höchsten Summen, die von der europäischen Wettbewerbskommission je verhängt wurde. Die beiden Unternehmen teilten sich trotz der Liberalisierung des EU-Energiemarktes im Jahr 2000 die Märkte auf, was zu den schwerstwiegenden Kartellverstößen zählt. Die Kunden wurden durch die Preisabsprachen um einen stärkeren Preiswettbewerb und eine größere Anbieterauswahl gebracht.
Im April 2010 gab Suez bekannt, dass in Polen die Errichtung des bisher größten Biomassekraftwerkes der Welt geplant ist. Die Kapazität soll 190 Megawatt betragen. Das Kraftwerk soll mit Holz und aus der Landwirtschaft stammender Biomasse betrieben werden. Im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk wird der CO²-Ausstoß jährlich um 1,2 Mio. Tonnen geringer sein.