
| ISIN | FER Branchengruppe 1 | FER Branchengruppe 4 | FER-eKGV |
|---|---|---|---|
| BMG169621056 | Konsumgüter | Landwirtschaftliche Produkte | KGV-B 10-15 |
| Mitarbeiter | Marktkap. in Mio. EUR | Währung | Global Compact Mitglied |
|---|---|---|---|
| 25.945 | 6.004,519 | USD | NEIN |
| Branchen | Umsatz |
|---|---|
| Landwirtschaftliche Produkte | 76.42% |
| Lebensmittel & Fleisch - Erzeugung | 14.75% |
| Landwirtschaftliche Chemikalien, Düngemittel, Pestizide | 8.83% |
Mitbewerber sind die Unternehmen Cargill und Archer Daniels Midland. Bunge gehört zu den wichtigsten Lieferanten der Nahrungs- und Futtermittelindustrie.
Das deutsche Unternehmen Ölmühle Mannheim, welches zu Bunge gehört, wurde im Jahr 2004 komplett auf die Verarbeitung von gentechnikfreiem Soja umgestellt und dafür zertifiziert. Trotzdem wird nur rund 20% des Soja-Schrots als gentechnikfrei vermarktet, der Rest wird mit „hergestellt aus gentechnisch modifizierten Sojabohnen“ ausgewiesen. Der Grund ist, dass Bunge das Angebot an der teureren gentechnikfreien Ware beschränken möchte, um den Preis künstlich hoch zu halten. Dadurch sinkt die Nachfrage, der Preis steigt wiederum. Man will damit bezwecken, dass die gentechnikfreie Fütterung der Tiere nach und nach aufgegeben wird.
Österreich importiert jährlich rund eine halbe Million Tonnen Soja für die Tierfütterung aus den Hauptanbauländern USA, Brasilien, Argentinien und China. Der Anteil an genmanipuliertem Soja in diesen Ländern liegt bei 85-98%.
Den weltweiten Sojahandel beherrschen hauptsächlich ADM, Bunge und Cargill – das sogenannte „ABC-Kartell“. Gemeinsam haben sie erreicht, dass gentechnikfreie Soja nur gegen beträchtliche Mehrkosten erhältlich ist. Somit haben sie weltweit die Absatzmärkte für Soja in der Hand.
Im brasilianischen Piaui führt die Organisation Funaguas bereits seit Jahren einen juristischen Streit mit Bunge Alimentos, einer Tochtergesellschaft von Bunge Ltd. Die Sojaproduktion in diesem Gebiet wirkt sich sozial und ökologisch äußerst negativ aus. Erstens wird eine große Menge an Düngemitteln verwendet, um den durch die Monokultur übersäuerten Boden zu neutralisieren. Zweitens werden große Mengen an Pflanzenschutzmitteln eingesetzt, um den maximalen Ernteertrag zu erreichen. Die Giftstoffe gelangen mit dem Regen ins Grundwasser. Tiere, die das Wasser trinken, sterben. Fische gibt es in der Region kaum mehr. Studien, die die humane Gefährdung der Gesundheit belegen, wurden nie publiziert.
Viel erwartet sich Bunge von der Biospritproduktion. Die Verwendung der knapper werdenden Nahrungsmittel für das Füllen der Tanks ist jedoch höchst umstritten. Für die Ausdehnung der Sojaanbauflächen wird Brandrodung betrieben und die indigene Bevölkerung vertrieben, die riesigen Monokulturen laugen den Boden aus. Biospritproduktion erfordert eine große Menge an Düngemitteln, Pestiziden und Maschinen für die Bearbeitung. Unterm Strich wird bei der Produktion von Biotreibstoff mehr CO² ausgestoßen als durch die Verwendung eingespart. Die vertriebene Bevölkerung ist auf Hilfsprogramme angewiesen, und Bunge tritt großzügig als Spender dieser Programme auf, um sich der Öffentlichkeit als sozial zu präsentieren. Noch ein interessantes Detail: Bunge sitzt am „Runden Tisch für nachhaltige Biotreibstoffe“ und am „Runden Tisch für nachhaltiges Soja“.