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General Dynamics Corp

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
US3695501086 Industrie Rüstung & Verteidigung KGV-A < 10
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
91.700 17.764,140 USD NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Rüstung & Verteidigung 62.23%
Schiffsbau 18.96%
Luftfahrt 18.81%

Überblick

General Dynamics Corp. (GD) ist ein US-amerikanischer Rüstungskonzern mit Sitz in Falls Church, Virginia und zählt zu den größten Rüstungsunternehmen der Welt. General Dynamics entstand im Jahr 1952 durch den Zusammenschluss der Electric Boat Company, Canadair Ltd. und anderer Unternehmen. Im Jahr 2002 wurde die Rüstungssparte des Autokonzerns General Motors übernommen, im Jahr 2003 wurde die österreichische Steyr-Daimler-Puch akquiriert. Insgesamt wurden mehr als 40 Unternehmen akquiriert.

Auf der vom Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) veröffentlichten Liste der Top 100 waffenproduzierenden Unternehmen weltweit (ohne China) nimmt GD Platz 5 ein. Lt. SIPRI werden 78% der Umsätze in der Rüstungsindustrie erzielt.

Produkte und Dienstleistungen

General Dynamics hat vier Geschäftsbereiche: Luft- und Raumfahrt, Kriegssysteme (z.B. Kampfpanzer M1-Abrams), Schiffssysteme (u.a. Kriegsschiffe) sowie Informationssysteme und Technologie. Der amerikanische Präsident Barack Obama etwa kommuniziert mit einem Blackberry der Firma General Dynamics. GD ist führend bei der Herstellung von amphibischen und landgestützten Gefechtssystemen, missionskritischen Informationssystemen und Systemen für Schiffsbau und kommerzielle Luftfahrt. Neben Boeing ist General Dynamics der bedeutendste Entwickler und Hersteller von Lenkflugkörpern in den USA. Im Jahr 1954 baute General Dynamics das erste nukleargetriebene U-Boot der Welt, die „USS Nautilus“, womit der Nordpol erstmals erfolgreich unterquert wurde.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

GD war lange Zeit einer der größten Lieferanten des Pentagons und mehrerer ausländischer Regierungen. Angesichts der enormen Abhängigkeit von militärischen Aufträgen wurde GD vom Rückgang der US-Militärausgaben am Ende des Kalten Krieges hart getroffen. Mit Amtsantritt von Georg W. Bush im Jänner 2001 begann ein Rüstungsboom in den USA. Es gab dafür keine sicherheitspolitische Begründung, man wollte damit das Machtprestige stärken und die nationale Raum- und Luftfahrtindustrie subventionieren. Nutznießer waren hauptsächlich die fünf amerikanischen Rüstungsriesen – neben General Dynamics auch Boeing, Lockheed Martin, Northrop Grumman und Raytheon. Das sog. Oligopol, bestehend aus den fünf größten Rüstungsanbietern, versucht in Zusammenspiel mit dem Nachfragemonopol des Pentagon, die Konkurrenz auszuschalten. Es wird intensives Lobbying betrieben, um die Geldströme am Fließen zu erhalten.

Nach größeren Skandalen in den 90er Jahren hatte GD in den letzten Jahren mit relativ geringeren Problemen zu kämpfen. Im Jahr 2004 bekannte sich GD zur Verletzung des Arms Export Control Act (Waffenexportkontrollgesetz) durch unbefugten Export von technischen Daten und Verteidigungsservices. GD wurde zu einer Strafe von 5 Mio. US$ verurteilt. Im Jänner 2008 bezahlte Electric Boat, welches zur Unternehmensgruppe von GD gehört, einen Betrag von US$ 75.000 an den Staat Connecticut für die Entsorgung von Schadstoffen in den Thames River, nachdem der Connecticut Fund for the Environment bekanntgegeben hatte, diverse Unternehmen wegen Umweltverschmutzung klagen zu wollen.

Für die ökologisch verträgliche Entsorgung von Elektrogeräten arbeitet GD mit Elektronikmüllverarbeitern zusammen. Deren Anstrengung, die Exporte von umweltschädlichem Müll in Entwicklungsländer zu verhindern, wird von GD unterstützt.


FER-Bewertungskommentar

Lt. der vom Stockholm International Peace Research Institute veröffentlichten Liste der Top 100 waffenproduzierenden Unternehmen weltweit, werden 78% der Umsätze von GD in der Rüstungsindustrie erzielt, womit das Unternehmen Platz 5 einnimmt. In den letzten Jahren hatte GD mit relativ geringen Problemen zu kämpfen, verglichen mit Skandalen der 90er Jahre. GD gehört zum sog. Oligopol der fünf größten US-Rüstungsanbieter, welches im Zusammenspiel mit dem Nachfragemonopol des Pentagon die Konkurrenz auszuschalten versucht. GD setzt sich für die ökologisch verträgliche Entsorgung von Elektrogeräten ein.