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Johnson & Johnson

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
US4781601046 Gesundheitswesen Gesundheitswesen: Ausstatter KGV-B 10-15
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
115.500 122.418,900 USD NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Pharmazeutika 38.54%
Health Care- Produkte allgemein 36.28%
Haushaltsartikel & Körperpflegeprodukte 25.18%

Überblick

Johnson & Johnson ist ein US-amerikanischer Hersteller von Pharmazeutika und Konsumgütern, der im Jahr 1886 gegründet wurde und seinen Hauptsitz im US-amerikanischen New Brunswick, New Jersey, hat. Johnson & Johnson beschäftigt Mitarbeiter in 200 Unternehmen in weltweit über 54 Ländern, wobei die Produkte des Konzerns in über 175 Ländern vertrieben werden. Seit dem Jahr 1964 gehört der weltweit älteste Medizinprodukte-Hersteller Codman & Shurtleff zu Johnson & Johnson. Johnson & Johnson gliedert sich in die Geschäftsbereiche Consumer, Medical Devices und Pharma.

Produkte und Dienstleistungen

Johnson & Johnson produziert und vertreibt Konsumgüter unter den Marken bebe, Penaten, o.b., Piz Buin, Neutrogena, Compeed, Visine, Regaine und Listerine. Der Konzern stellt zudem Produkte für die Pharmaindustrie her, unter anderem Topiramat zur Behandlung von Migräne sowie Risperidon gegen Schizophrenie. Außerdem zählen chirurgische Wundversorgung, Implantate und minimal invasive Instrumentarien zur Produktpalette des Konzerns.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Das Tochterunternehmen des Konzerns, McNeil, musste im Mai 2010 wieder rund 50 speziell für Kinder hergestellte Medikamente wie Tylenol aufgrund Qualitätsproblemen zurückrufen. Patienten gaben an, einen „schimmeligen“ und „modrigen“ Geruch bei diesen von Johnson & Johnson vertriebenen Medikamenten bemerkt zu haben, woraufhin zu Beginn des Jahres 2010 die erste Medikamentenrückholung gestartet war. Eine unternehmenseigene Kontrolle ergab, dass diese Medikamente Spuren einer Chemikalie enthielten, die durch den Abbau von Holzimprägniermitteln entsteht. Wie man herausgefunden hatte, wurden diese Medikamente auf Holzpaletten gelagert, welche mit dieser Chemikalie verseucht waren. Von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA wurden daraufhin erschreckende Untersuchungsergebnisse aufgedeckt und in einem Inspektionsbericht veröffentlich, unter anderem soll sich niemand um die insgesamt 46 eingelangten Kundenbeschwerden bezüglich dieses Medikamentenrückrufs gekümmert haben. Die FDA habe außerdem festgestellt, dass die Produktionsanlage in Fort Washington keine entsprechenden Laboreinrichtungen besitze, damit die Inhaltsstoffe der Medikamente überprüft werden können, was auch dazu führte, dass einige Medikamente eine zu hohe Dosis mancher Inhaltsstoffe enthielten. Angestellte dieser Produktionsanlage sollen keine Einschulung in die Güterproduktion erhalten haben. Überdies soll es in diesem Produktionswerk an Sauberkeit mangeln, da Inkubatoren Ablagerungen aufwiesen und Löcher in der Decke sowie eine auffallende Staubschicht am Lüftungsgitter festgestellt wurden. Der US-Kongress starteten seine Ermittlungen und eine exakte Prüfung des Tochter- und Mutterkonzerns aufgrund dieser Rückrufaktion.

Ein Tochterunternehmen des Konzerns, Ortho Biotech, geriet im Jahr 2007 in die Schlagzeilen. Das Anämie-Medikament Procrit musste aufgrund tödlicher Nebenwirkungen mit einer Black-Box-Warnung versehen werden, ebenso wie zwei ähnliche Medikamente des Pharmaunternehmens Amgen. Procrit sowie die zwei anderen Medikamente Aranesp und Epogen zählen zu den weltweit meistverkauften Pharmazeutika und gehören in die Kategorie "Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe" (ESA). Diese ESA’s sollen die Produktion von Hämoglobin fördern und werden überwiegend bei der Chemotherapie oder chronischem Nierenversagen eingesetzt, um das Anämie-Risiko zu reduzieren und Bluttransfusionen zu verhindern. Allerdings konnten Studien noch keine Verbesserung der Lebenschancen belegen – es soll sogar das Gegenteil der Fall sein. Außerdem enthüllte die New York Times, dass Ortho Biotech und Amgen Hunderte Millionen US-Dollar Prämien an US-amerikanische Ärzte bezahlt hatten, damit diese ihren Patienten die doppelte ESA-Dosis verschrieben, wodurch sowohl die Ärzte als auch die Pharmakonzerne profitieren konnten. Sollten diese drei Medikamente endgültig vom Markt genommen werden, würde dies verheerende Folgen für Ortho Biotech und Amgen haben, da Procrit sowie Aranesp und Epogen fast die Hälfte des Jahresumsatzes der beiden Pharmaunternehmen ausmachen.

Im Jahr 2005 wurde Johnson & Johnson von der US-Bundesbehörde zur Überwachung von Nahrungs- und Arzneimitteln (FDA) überprüft, ob dieser in Verbindung mit 120 Todesfällen stand. Der Grund dafür soll ein Schmerzpflaster gewesen sein, welches das Schmerzmittel Fentanyl, ein synthetisches Opioid, enthielt. Die Aufsichtsbehörde versuchte daraufhin zu klären, ob die Todesfälle auf eine nicht ordnungsgemäße Anwendung dieses Pharmazeutikums oder auf Qualitätsmängel zurückzuführen sind. Im Zusammenhang mit den Todesfällen wurden sowohl die Produkte von Johnson & Johnson als auch vom Arzneimittelkonzern Mylan Laboratories geprüft, welcher Generika des Schmerzpflasters verkauft. Schließlich mussten in den USA rund 32 Millionen Durogesic-Schmerzpflaster zurückgerufen werden, da einige "undicht" waren und die Patienten somit unmittelbar mit dem Wirkstoff Fentanyl in Kontakt hätten kommen können. Schon im Juli 2005 hatte die FDA vor tödlichen Nebenwirkungen durch Überdosen bei der Verwendung des Durogesic-Pflasters gewarnt.

Johnson & Johnson wurde von 2.400 US-amerikanischen Frauen beschuldigt, Gesundheitsrisiken bei dem Verhütungspflaster Ortho Evra verschwiegen und Daten zurückgehalten bzw. manipuliert zu haben. Die Frauen klagten den Konzern vor einem US-amerikanischen Bundesgericht. Herstellungsprobleme sollen Schuld an der Unbeständigkeit der Pflaster sowie an der überhöhten Wirkstoffabgabe gewesen sein. Diese überhöhte Abgabe an Östrogen-Dosen löste vermehrt Herzinfarkte, Schlaganfälle und Thromboembolien unter den Frauen aus.

Das Unternehmen führt laut der Tierschutzorganisation NAVS, die sich gegen Tierversuche bei Kosmetikprodukten einsetzt, Tierversuche durch. Hauptsächlich müssen Tiere für Johnson und Johnsons Tochter Neutrogena Corp. leiden. Bekannte Produkte der Corporation sind: Rembrandt, Carefree, Clean & Clear oder Listerine.

Der Konzern produziert Verhütungsmittel. Johnson & Johnson war das erste Unternehmen, das im Jahr 1931 ein Verhütungsgel auf den Markt brachte. Einige Jahre später wurde das Diaphragma produziert. Im Jahr 1961 erlangte Johnson & Johnson schließlich die Marktzulassung für die Pille. Johnson & Johnson entwickelte im Jahr 2001 erstmalig das Verhütungspflaster, womit es gelungen war, Hormone zum Zweck der Verhütung durch die Haut zu transportieren.

Johnson & Johnson gab im Juli 2010 bekannt, den US-amerikanischen Medizintechnikhersteller Micrus Endovascular für rund 480 Millionen US-Dollar zu übernehmen, um diese Medizintechnik-Unternehmenssparte weiter auszubauen und zu stärken.

Johnson & Johnson erwies in der Vergangenheit mehrmals soziales Engagement, indem sich der Konzern nach drei Katastrophen zwischen den Jahren 1898 und 1906 enorm für die Opfer eingesetzt hatte. Unter anderem wurden dem amerikanischen Heer während des Spanisch-Amerikanischen Krieges medizinische Produkte von Johnson & Johnson zur Verfügung gestellt. Desweiteren wurden nach dem Galveston-Hurrikan im Jahr 1900 alle leicht beschädigten Güter den Pharmazeutikern kostenlos bereitgestellt. Johnson & Johnson erlangte auch große Anerkennung durch die Soforthilfe nach dem San-Francisco-Erdbeben im Jahr 1906, bei dem der Konzern medizinische Produkte sowie Lazarette zur Verfügung gestellt hatte. Außerdem waren alle Produkte mit einem Kaufpreis von unter 100 US-Dollar zu dieser Zeit kostenlos erhältlich.


FER-Bewertungskommentar

Johnson & Johnson stellt Verhütungsmittel her – er war der erste Konzern, der die Marktzulassung für die Anti-Baby-Pille erhielt. Der Konsumgüterhersteller wurde von 2.400 Amerikanerinnen geklagt, da dieser Gesundheitsrisiken eines Verhütungspflasters verschwiegen haben soll. Dieses Pflaster gab aufgrund Herstellungsprobleme eine überhöhte Dosis an Östrogen ab, wodurch die Zahl der Herzinfarkte, Schlaganfälle und Thromboembolien-Fälle unter den Frauen stark gestiegen war. Im Jahr 2005 untersuchte die FDA den Konzern, da es zu 120 Todesfällen nach Verwendung eines von Johnson & Johnson vermarkteten Schmerzpflasters gekommen war. Die Behörde versuchte zu klären, ob die Todesfälle auf eine nicht ordnungsgemäße Anwendung dieses Pharmazeutikums oder auf schlechte Qualitätsmängel zurückzuführen waren. Das Tochterunternehmen von Johnson & Johnson, McNeil musste aufgrund Qualitätsmängel einige Medikamente zurückrufen. Der Konsumgüterhersteller erlangte in der Vergangenheit große Anerkennung durch sein soziales Verhalten nach drei Katastrophen zwischen den Jahren 1898 und 1906 – der Spanisch-Amerikanische Krieg, der Galveston-Hurrikan sowie das große Erdbeben in San Francisco. Es wurden unter anderem kostenlos Medikamente und Lazarette zur Verfügung gestellt. Der Konzern konnte seine CO2-Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um neun Prozent reduzieren. Außerdem wird der von Johnson & Johnson benötigte Strom laut unternehmenseigenen Angaben zu 34 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen. Desweiteren wurde ein neuer Produktlebenszyklus eingeführt, um die Produkte umweltfreundlicher zu machen.