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BASF SE

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
DE0005151005 Rohstoffe/Erdöl/Erdgas Diverse Chemikalien KGV-B 10-15
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
103.632 41.749,450 EUR JA

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Rohstoffe/Erdöl/Erdgas 39.24%
Erdöl & Erdgas Mehrsektorenunternehmen 23.18%
spezielle Chemikalien 16.57%
Kunststoffe 15.53%
Landwirtschaftliche Chemikalien, Düngemittel, Pestizide 5.48%

Überblick

Die BASF SE ist ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Chemie, Landwirtschaft, Ernährung, Öl und Gas. Der Hauptsitz befindet sich in Ludwigshafen am Rhein. Das Unternehmen unterhält 150 Produktionsstandorte, die auf allen Kontinenten vertreten sind. Im Jahr 1865 wurde in Mannheim-Jungbusch die Badische Anilin- und Sodafabrik von Friedrich Engelhorn gegründet. Anfänglich produzierte das Unternehmen Teerfarbstoffe und deren Vorprodukte, begann aber bald mit der Herstellung von Textilfarbstoffen auf Indigobasis und erreichte innerhalb weniger Jahre damit eine führende Position auf dem Markt der Färbemittel. Auch in Österreich ist BASF seit über 125 Jahren präsent.

Produkte und Dienstleistungen

Das Unternehmen arbeitet strikt nach dem vom Gründer eingeführten Verbund-Prinzip. Dabei sollen die einzelnen Produktionen aufeinander aufbauen, die Produkte und Reststoffe der einen Fabrik können als Rohstoffe in der nächsten Anlage dienen. Dieses Verfahren macht in chemischen Prozessen die Nutzung von Rohstoffen und Energie effizienter.

Die sechs Hauptgeschäftsfelder des Konzerns sind: Chemikalien wie petrochemische Grundprodukte, Weichmacher, Leime, Harze, Vorprodukte für Farben sowie Fasern, Kunststoffe (Styrol-Kunststoffe, Performance Polymers, Polyrethane), Veredelungsprodukte (Pimente, Harze, Klebstoffe, Produkte für die Bereich Reinigung, Pflege, Hygiene, Tier- und Humanernährung, Pharma, Binder, Chemikalien zur Veredelung von Leder und Textilien), Functional Solutions (Katalysatoren, Entwicklung branchen- und kundenspezifischer Produkte und Systemlösungen), Pflanzenschutz und Ernährung (Herbizide, Insektizide, Fungizide, Vitamine, Säuren und Pigmente) sowie Öl und Gas (Exploration, Förderung und Transport, Speicherung und Handel über die Wintershall Holding AG).

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

BASF möchte laut eigenen Angaben im Juli 2010 eine Preiserhöhung für Additive und Pigmente für Kunststoffanwendungen zwischen fünf und 20 Prozent vornehmen. Diese Erhöhung soll Antioxidantien, Prozess- und Lichtstabilisatoren und Flammschutzmittel betreffen.

Der Konzern gab bekannt, die Zusammenarbeit mit dem Agrarkonzern Monsanto zu erweitern und Investitionen zu erhöhen. Bisher arbeiteten die beiden Konzerne zusammen an der Entwicklung von ertragreichen und resistenten Nutzpflanzen wie Mais, Raps, Baumwolle und Soja, und wollen nun auch Weizen aufgrund der entdeckten vielversprechenden Ertragsgene in das Pflanzensortiment aufnehmen. Durch die Erweiterung dieser Zusammenarbeit wächst auch die Macht dieser beiden Gentechnik-Konzerne.

BASF hat in Mecklenburg-Vorpommern damit begonnen, die umstrittene Genkartoffel Amflora anzupflanzen. Auf dem 20 Hektar großen Versuchsgelände wird Amflora angebaut – eine Kartoffel, die aufgrund ihrer gentechnischen Veränderung mehr Stärke produziert. Diese ist jedoch nicht als Lebensmittel konzipiert, soll aber Stärke für die Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie liefern. Eine Bürgerinitiative des Ortes befürchtet, dass sich Tiere und Menschen auf dem Gen-Kartoffel-Feld frei bedienen könnten und so Amflora doch in die Nahrungskette gelangen wird. Die Kartoffel enthält nämlich ein Antibiotika-Resistenz-Gen, das nach Ansicht der Kritiker die Wirksamkeit von lebenswichtigen Antibiotika gefährden könnte.

Seit dem Jahr 2007 kooperiert BASF mit dem Saatgut-Konzern Monsanto bei der „Forschung, Entwicklung und Vermarktung von Genpflanzen“. Der Konzern hat sich somit verpflichtet, in großem Maße neue, gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu entwickeln, die ausschließlich von Monsanto vertrieben werden sollen. Die Zusammenarbeit von BASF und Monsanto soll schon im Jahr 2012 erst Früchte tragen. Das erste Produkt der beiden Unternehmen soll ein genveränderter Mais sein, der in den USA angebaut werden soll. Diese Maisart soll im Vergleich zu herkömmlichen Maissorten widerstandsfähiger gegen Trockenheit sein.

Der Chemiekonzern ist einer der Haupthersteller von Phthalaten (Weichmacher), die vor allem als Weichmacher für Kunststoffe wie PVC oder Gummi verwendet werden. Phthalate sind gesundheitlich problematische Verbindungen – sie stehen in Verdacht, wie Hormone zu wirken und Unfruchtbarkeit, Übergewicht und Diabetes hervorzurufen. Da der Weichmacher auch bei der Herstellung von Kinderspielzeug verwendet wird, kommt es immer wieder zu massiver Kritik. Außerdem stellt der Chemiekonzern noch viele weitere Pestizide und andere Chemikalien her, die im Verdacht stehen krebserregend und erbgutschädigend zu sein.

BASF hat eine Sozialstiftung gegründet, die unter anderem Geld für Tsunami-Opfer aufbringt. Als eines der Gründungsmitglieder des Global Compact engagiert sich BASF für das Erreichen der UN-Millennium-Entwicklungsziele. Auch bei Projekten der allgemeinen Entwicklungshilfe arbeitet das Unternehmen eng mit UN-Organisationen zusammen.


FER-Bewertungskommentar

Auf einem Versuchsgelände in Deutschland wird die umstrittene Genkartoffel Amflora angebaut, die jedoch ausschließlich Stärke für die Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie liefern soll und derzeit nicht als Nahrungsmittel verwendbar ist. Seit dem Jahr 2007 kooperiert BASF mit dem Saatgut-Konzern Monsanto, um neue, gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu entwickeln. Der Konzern stellt eine Reihe von hochgiftigen Pestiziden und Chemikalien her, die erbgutverändernd und krebserregend sind. BASF engagiert sich für Entwicklungshilfe und hat eine Sozialstiftung gegründet.