100719

British American Tobacco PLC

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
GB0002875804 Konsumgüter Tabak/Zigaretten KGV-B 10-15
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
95.710 52.571,540 GBP NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Tabak/Zigaretten 100.00%

Überblick

Im Jahr 1902 ist aus dem Zusammenschluss einer britischen und amerikanischen Tabakfirma die British American Tobacco Group entstanden. Mittlerweile ist der Tabakkonzern die Nummer zwei auf dem Weltmarkt und verkauft seine Produkte in mehr als 180 Staaten. Der Hauptsitz des Konzerns befindet sich in London. Mitarbeiter werden in weltweit 47 Produktionsstätten in über 40 Ländern beschäftigt und sorgen für eine umfangreiche Produktpalette. Im Jahr 1926 wurde in Hamburg die erste deutsche Filiale eröffnet. Seit dem 2. Jänner 2006 ist BAT mit einem eignen Tochterunternehmen in Österreich, Wien, vertreten. Hauptproduktionsstätte für den österreichischen Markt ist das Werk in Bayreuth, Deutschland. Dort werden täglich etwa 190 Millionen Zigaretten, das sind zehn Millionen Packungen, hergestellt.

Produkte und Dienstleistungen

Insgesamt hat BAT über 300 Marken in der Produktpalette. Neben Zigaretten werden auch Pfeifentabak, Zigarren und Roll-your-own-Produkte (Feinschnitt-Tabak) produziert. Die bekanntesten Marken sind: Lucky Strike, Dunhill, Pall Mall, Gauloises, Prince, Javaanse Jongens, HB, Lord, Samson, Schwarzer Krauser, Winfield,Westpoint, Auslese de Luxe, Barclay, Gitanes, Gold Dollar, Golden American, Kent, kim, Kool, Krone, Kurmark, Lux, Mokri, Muratti, Orienta, Peer, Rothmans, Santos Dumont, Senior Service, Sweet Afton, Vogue, Windsor de Luxe, Ashanti, Batavia, Bison, Cabinet und Canuma.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Die BAT-Gruppe schafft aufgrund ihrer Lohn- und Preispolitik den Nährboden dafür, dass die Bauen oft keine andere Wahl haben als Kinder zu beschäftigen, um ihre Betriebe aufrecht erhalten zu können.

Der Tabakkonzern trägt durch seine Geschäftspraktiken indirekt dazu bei, dass sich die Bauern verschulden. Den Bauern werden Preisvorteile versprochen, indem zinsfreie Kredite vergeben werden, damit sie sich Dünger und Pestizide leisten können. Bei Preisvergleichen ist jedoch festgestellt worden, dass der Dünger und die Pestizide von BAT, an welche die Bauern dann vertraglich gebunden sind, teilweise viel teurer sind als im normalen Handel. Außerdem bekommen die Bauern in Brasilien nur minimale Löhne für ihre Arbeit und geringe Preise für den Tabak bezahlt. Außerdem wird für die nötige Sicherheit der Arbeiter nicht gesorgt. Es treten oft Pestizid- und Nikotinvergiftungen auf, da keine Schutzbekleidung vorhanden ist.

British American Tobacco gab im Juli 2010 eine Kooperation mit der Europäischen Union und den Strafverfolgungsbehörden der dazugehörigen Länder zur Bekämpfung des illegalen Tabakhandels bekannt und besiegelte dies mit einem Vertrag. In den kommenden 20 Jahren möchte der Tabakkonzern rund 200 Millionen US-Dollar in diese Zusammenarbeit investieren. Beispielsweise wird die enorme Menge von 2,7 Milliarden Stück von den insgesamt 16 Milliarden gerauchten Zigaretten im Jahr 2009 nicht in Österreich gekauft und dadurch auch nicht versteuert. Dies führte im Jahr 2009 nicht nur zu einem Umsatzverlust von mehr als 400 Millionen Euro bei den österreichischen Trafiken sondern auch zu einem gesamten Steuerverlust von 290 Millionen Euro für den Staat Österreich.

BAT hat eine Stiftung für Zukunftsfragen ins Leben gerufen. Das Unternehmen will dadurch einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft leisten. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung, insbesondere der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen und mit Ansätzen zur nachhaltigen Lösung von Zukunftsproblemen sowie die Förderung der Erwachsenenbildung, insbesondere der Ausbildung, Fort- und Weiterbildung. Hauptaugenmerk wird dabei auf die soziale und kulturelle Lebensqualität gelegt.

British American Tobacco produziert weltweit. Der Großteil des Tabaks stammt aus den klassischen Tabakanbauländern Brasilien, Uganda, Indien, Indonesien und China. Für das Unternehmen arbeiten rund 200.000 Tabakbauern, von denen die meisten Kleinbauern sind. BAT ist der einzige internationale Zigarettenkonzern, der ein direktes Vertragssystem mit Bauern benutzt, um seinen Tabak zu beziehen. Viele andere Unternehmen wie Philip Morris/Altria, Japan Tobacco und Imperial Group kaufen von Zwischenhändlern.

Das Unternehmen hat einen Verhaltenskodex entwickelt, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit (auch bei Lieferanten) ausspricht. Die Firma bemüht sich um das Einverständnis der Geschäftspartner auf die Beschäftigung von Kindern zu verzichten, insbesondere bei den industriellen oder landwirtschaftlichen Prozessen, in denen Chemikalien eingesetzt werden. Gegen BAT gab es bisher noch keine konkreten Anschuldigungen im Zusammenhang mit Kinderarbeit. Kinderarbeit stellt in der Tabakindustrie generell jedoch ein großes Problem dar. Der Konzern kann das Auftreten dieses Problems nicht ganz ausschließen.


FER-Bewertungskommentar

Dem Tabakkonzern wird Ausbeutung im Tabakanbau vorgeworfen. Durch schlechte Lohn- und Preispolitik verschulden sich die Bauern und können ihre Betriebe kaum aufrecht erhalten. Außerdem wird in vielen Fällen nicht für ausreichende Sicherheit der Arbeiter gesorgt. Sie sind den Pestiziden und dem Nikotin schutzlos ausgeliefert. BAT hat eine Stiftung für Zukunftsfragen ins Leben gerufen, die sich mit Zukunftsfragen sowie mit nachhaltigen Ansätzen zur Lösung von Zukunftsproblemen auseinandersetzt. Der Konzern gab an, in Zusammenarbeit mit der EU gegen den illegalen Tabakhandel ankämpfen zu wollen.