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EVN AG

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
AT0000741053 Energie/Versorger Stromerzeuger/ Versorger konventionell KGV-B 10-15
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
8.619 2.028,538 EUR JA

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Stromerzeuger/ Versorger konventionell 91.04%
Umweltdienste 7.70%
Energie/Versorger 1.26%

Überblick

EVN, kurz für Energieversorgung Niederösterreich, ist ein österreichischer Energie- und Umweltdienstleistungskonzern, der im Jahr 1986 aus dem Zusammenschluss der niederösterreichischen Landes-Elektrizitätsgesellschaft NEWAG mit dem Erdgas- und Fernwärmekonzerns NIOGAS hervorging. EVN, mit Hauptsitz im niederösterreichischen Maria Enzersdorf, versorgt über drei Millionen Kunden aus 18 Ländern. In den Jahren 1989 und 1990 wurde EVN zu 49 Prozent teilprivatisiert, wobei die Mehrheit von 51 Prozent das Land Niederösterreich hält. Im Jahr 2001 wurde durch die EVN Wasser GmbH auch die Sparte Wasserversorgung aufgenommen. Im Jahr 2004 wurde die Mehrheit an zwei bulgarischen Stromgesellschaften übernommen. Zwei Jahre später folgte die Übernahme des mazedonischen Stromverteilers. EVN ist in Joint Ventures zu 50 Prozent an zwei Wasserkraftprojekten in Albanien beteiligt – auch in Kroatien will sich das Unternehmen zukünftig mehr engagieren. Eine 100 Prozentige Tochtergesellschaft des Unternehmens ist evn naturkraft. Außerdem ist EVN mit 12,8 Prozent am Verbund sowie mit über 50,03 Prozent an Österreichs zweitgrößten Öl- und Gasproduzenten RAG beteiligt.

Produkte und Dienstleistungen

EVN versorgt seine Kunden mit Strom, Wärme, Gas und Wasser aus den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung. Außerdem bietet der Energiekonzern Dienstleistungen wie Energieberatung oder Gassicherheits-Checks an. Der Strommix nach Primärenergieträgern aus dem Geschäftsjahr 2007/2008 setzt sich aus 37,5 Prozent Erdgas, 27,2 Prozent Kohle, 21,7 Prozent Wasserkraft, 5,3 Prozent Windkraft, 3,3 Prozent Sonstige Erneuerbare Energien, 3 Prozent Sonstiges und 2 Prozent Biomasse zusammen.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Im Jahr 2008 kam es aufgrund einer Gaspreiserhöhung durch EVN von über 28 Prozent zu heftigen Protesten in der Bevölkerung. Im Jänner 2009 kündigte der Energiekonzern jedoch wieder eine Senkung um rund 18 Prozent an.

Bei EVN Macedonia ist eine Klage der Wettbewerbsbehörde gegen die Einhebung einer Rechnungsgebühr anhängig. Die Einhebung wurde bis zur Entscheidung des Höchstgerichtes über die Berufung gegen die erstinstanzliche Entscheidung ausgesetzt.

Bei EVN Bulgaria war eine Klage wegen Missbrauch der Monopolstellung anhängig, die Vorfälle betraf, in denen Verbraucher in der Vorprivatisierungsperiode Vorschüsse als Sicherheit für Energieverbräuche zu zahlen hatten. Das Oberste Gericht entschied, dass die beanstandeten Vorschusszahlungen für künftige Verbindlichkeiten nicht zulässig wären.

EVN AG gab bekannt, in den nächsten Jahren enorm viel Wert auf erneuerbare Energieträger zu legen und möchte etwa 800 Millionen Euro investieren, in erster Linie in die Wasserkraft. Neben dem Hauptgrund für diese große Investition, nämlich mehr auf die Umwelt zu achten, möchte EVN AG auch das Bundesland Niederösterreich unabhängig von Energieimporten machen. Zudem sollen durch diese Investition rund 12.000 Arbeitsplätze neu geschaffen werden. Der Konzern soll bereits seit gewisser Zeit etwa ein Drittel seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Energieträgern gewinnen.

EVN führte einige Projekte zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt durch, beispielsweise die Errichtung von Wildausstiegen am Kehrbach sowie den Bau von Brutwänden für Bienenfresser im Bereich von Windparks.

Der Energiekonzern strebt nach einer energieeffizienten Gestaltung seiner Kraftwerke und erforscht zudem Möglichkeiten zur CSS-Technologie – die Abscheidung von Kohlenstoffdioxid. Laut einem Bericht von Greenpeace ist die CSS-Technologie allerdings äußerst umstritten, da sich diese Methode noch in der Entwicklungsphase befindet, somit auf längere Zeit noch gar nicht zur Verfügung steht und zudem etliche Milliarden Euro kosten würde.

Im Kraftwerk Dürnrohr plant EVN den Bau einer Vorschaltanlage, die die Verwendung von Kohle durch den Einsatz von Biomasse um bis zu 20 Prozent vermindern kann. Außerdem wird die Abwärme aus den Kraftwerken für das Heizen naheliegender Haushalte genutzt, beispielsweise durch den Fernwärmespeicher im Kraftwerk Theiß. Die Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Mödling und Baden ersetzen veraltete Heizkessel und tragen so zum Rückgang von CO2-Emissionen bei.

Das Tochterunternehmen des Konzerns WTE betreibt seit dem Jahr 2008 eine neu erbaute Meerwasserentsalzungsanlage in einer tourismusstarken Gemeinde von Montenegro, mit deren Hilfe auch während der sommerlichen Hochsaison die Trinkwasserversorgung gewährleistet wird.


FER-Bewertungskommentar

Der Energiekonzern EVN gibt im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern keine Zahlen über die Gesamt-CO2-Emissionen auf der Unternehmenshomepage bekannt. Über den Konzern sind keinerlei Verstöße gegen Menschen- oder Arbeitsrechte sowie Korruption oder Lobbyismus bekannt, lediglich in Südosteuropa kam es zu eher bedeutungslosen Korruptionsfällen. EVN schützt durch Projekte die Tier- und Pflanzenwelt. Das Energieunternehmen baut laut eigenen Angaben auf Gleichbehandlung und Chancengleichheit seiner Mitarbeiter und möchte den Anteil an erneuerbaren Energiequellen erhöhen. Außerdem nimmt sich EVN zum Ziel, bis zum Jahr 2020 seine CO2-Emissionen – ausgehend vom Jahr 1990 – um 20 Prozent zu reduzieren. EVN produziert keinen Atomstrom. Der Konzern plant in einem seiner Kraftwerke die Errichtung einer umweltfreundlichen Vorschaltanlage sowie den Einsatz von Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, welche eine Reduktion von CO2-Emissionen gewährleisten. Im Sommer 2010 gab der Konzern bekannt, rund 800 Millionen Euro in erneuerbare Energien zu stecken, die wiederum 12.000 neue Arbeitsplätze kreieren würden.