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Barry Callebaut AG

ISIN FER Branchengruppe 1 FER Branchengruppe 4 FER-eKGV
CH0009002962 Konsumgüter Abgepackte Lebensmittel & Fleisch KGV-B 10-15
Mitarbeiter Marktkap. in Mio. EUR Währung Global Compact Mitglied
7.205 2.589,509 CHF NEIN

Branchenverteilung im Unternehmen

Branchen Umsatz
Lebensmittel & Fleisch - Erzeugung 100.00%

Überblick

Barry Callebaut AG ist der weltweit größte Produzent hochwertiger Schokolade, der seinen Hauptsitz in Zürich in der Schweiz hat.Das Unternehmen beliefert gewerbliche Kunden (Konditoreien und Gastronomie), Industrie und Endverbraucher. Die 30 Produktionsstätten des Konzerns befinden sich in über 26 Ländern in Europa, Asien, Amerika und Afrika. Nach dem Zusammenschluss des belgischen Schokoladenherstellers Callebaut und dem französischen Schokoladenunternehmen Cacao Barry im Jahr 1996 ging das Unternehmen an die Börse. Der Konzern hat sich inzwischen als beliebter Outsourcing-Partner erwiesen. Im Jahr 1999 übernahm das Unternehmen die Carma AG in der Schweiz, 2002 folgte die Übernahme der deutschen Stollwerck AG. Im Februar 2007 gab Barry Callebaut die Kooperation mit dem Lebensmittelkonzern Nestlé bekannt. Seit November 2008 gehören dem Konzern rund 49 Prozent von Biolands, den größten Exporteur von Biokakao.

Dank des Erfolges des Schokolade-Produzenten wurde im Mai 2008 die erste Chocolate-Academy in den Niederlanden eröffnet, die als Schulungszentrum mit zahlreichen Workshops und Seminaren rund um Schokolade dient. Weitere Chocolate-Academies eröffneten im Laufe des Jahres 2008 in Indien, China, Russland und in den USA.

Produkte

Das Unternehmen stellt Schokolade- (auch Bioschokolade) und Kakaoprodukte her sowie Füllungen, Glasuren, Brotaufstriche, Eiscrème und Back-Dekorationen und bietet seinen drei Kundengruppen, industrielle Kunden, gewerbliche Anwender und Einzelhandelsunternehmen, rund 1.700 verschiedene Rezepte an. Barry Callebaut AG bietet zudem auch Kakao-Mischungen für Getränkeautomaten an: Mit Van Houten, Caprimo und Bensdorp verfügt das Unternehmen über drei bekannte Getränkemarken.

Umwelt, Ethik und Wirtschaft

Barry Callebaut AG wird von UNICEF (United Nations International Children’s Emergency Fund) vorgeworfen, für die Verschleppung von jährlich 200.000 Kindern verantwortlich zu sein, die für das Ernten der Kakaobohnen eingesetzt werden.

Zudem werden Kakaopflanzen in riesigen Monokulturen angebaut. Aufgrund dessen sind diese sehr anfällig für Ungeziefer, die durch hochgiftige Chemikalien bekämpft werden. Durch den Einsatz dieser Chemikalien erkrankt jedoch die Bevölkerung rund um die Produktionsstätten an Krebs und diversen Hautkrankheiten und leidet zunehmend an Unfruchtbarkeit und Störungen im Nerven-, Atmungs-, und Immunsystem.

Barry Callebaut AG konnte laut eigenen Angaben Ende Juni 2010 im letzten Geschäftsjahr eine Umsatzsteigerung von fast acht Prozent erzielen und verdankt dies dem enormen Wachstum in den Schwellenländern und der Erweiterung in Ländern Osteuropas, China, Mexiko sowie Brasilien. Außerdem wurde die verkaufte Menge um beinahe neun Prozent erhöht.

Barry Callebaut engagiert sich in Zusammenarbeit mit Biolands für 20.000 Kleinbauern, um ihnen faire Preise zu gewährleisten und die Qualität ihrer Produkte zu verbessern, unter anderem durch die Umstellung auf Bio-Anbau sowie durch die Aufbesserung des Familieneinkommens und Sicherung des Eigenbedarfs mittels weiterer Agrarprodukte wie Reis.

Das Unternehmen eröffnete im Herbst 2008 ein Gesundheitszentrum zur medizinischen Grundversorgung für Kakaobauern und deren Familien an der Elfenbeinküste. Ebenso unterstützt Barry Callebaut ein Baumpflanzprojekt für 3.000 Kakaobauern in Tansania und förderte die Anpflanzung von 10.000 Nutz- und Schattenbäumen, die die Artenvielfalt und den Ertrag erhöhen.


FER-Bewertungskommentar

Barry Callebaut AG, größter Schokoladeproduzent der Welt, wird verdächtigt, Kinder als billige Arbeitskräfte auf Kakao-Plantagen einzusetzen. Hochgiftige Chemikalien werden auf den Plantagen angewendet, um Schädlinge fernzuhalten. Dies führt jedoch dazu, dass die Bevölkerung rund um die Plantagen an Krebs und diversen anderen Krankheiten erkrankt. Barry Callebaut AG eröffnete im Jahr 2008 aber auch ein Gesundheitszentrum für Kakaobauern an der Elfenbeinküste und unterstützt ein Baumpflanzprojekt zur Förderung 20.000 Kleinbauern.