
Mikrofinanz-Kongress zeitigt nachhaltiges Interesse
software-systems.at startet Micro-Finance-Initiative
Am 17. November 2011 lud das Sustainability Economic Forum (SEFO) als Veranstalter zum 2. Finance & Science Kongress 2011 in das Stift St. Georgen am Längsee. Die Devise der Tagung lautete: „Mikrofinanz: Vom Gelde, das dem Leben dient.“ Zahlreiche Experten und Vertreter der Mikrofinanzbranche aus Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Österreich trafen einander zum Gedankenaustausch in Sachen Mikrofinanz.
Die Mikrofinanz erfreut sich als Assetklasse steigender Beliebtheit, weil die kleinen Dorfökonomien in den Entwicklungsländern vom Geschehen auf den Weltbörsen relativ unangefochten sind. Zwei Milliarden Menschen weltweit müssen mit weniger als zwei US Dollar pro Tag ihr Auskommen fristen. Das Armutsbekämpfungsinstrument Mikrokredit bietet für viele innovative Micro-Entrepreneurs die geeignete Anschubfinanzierung. Wie erfolgreich die Rückbesinnung auf das Primärbankgeschäft sein kann, stellen weltweit mehr als 10.000 Mikrofinanzinstitute unter Beweis.
Jahres-Sieger Mikrofinanz
Die gute Nachricht für nachhaltig orientierte Anleger war die bereits im Vorfeld des Kongresses veröffentlichte Analyse von Finance & Ethics Research (FER), derzufolge der “FIAP Index EDA Aktien Global” – über zehn Jahre betrachtet – den Gesamtmarkt deutlich outperformen konnte und auch im kurzfristigen Vergleich sehr gut dasteht. Die Kategorie Mikrofinanz zeigte die bisher beste 1-Jahres-Performanceentwicklung innerhalb des nachhaltigen Segments auf. Auch bei den Mittelzuflüssen relativ zum Fondsvolumen schneiden die Mikrofinanzprodukte am besten ab.
Micro-Finance-Initiative
Eine kürzlich in Deutschland beschlossene Gesetzesänderung ermöglicht es erstmals, Micro-Finance-Fonds auch in Deutschland aufzulegen. Viele Investoren wurden in Folge der umfangreichen Medienberichterstattung auf das Marktsegment Mikrofinanz aufmerksam. Doch sowohl institutionelle Investoren als auch die meisten Privatinvestoren vermissen eine gute Marktübersicht und zögern noch, einen Teil ihrer Portfolios in Micro-Finance-Produkte umzuschichten.
Deshalb stieß die gemeinsame Initiative von software-systems.at und SEFO zur Gründung einer Micro-Finance-Initiative als gemeinsame Plattform des Micro-Finance-Sektors in allen deutschsprachigen Ländern auf breites Interesse. Richard Lernbass, CEO von software-systems.at, definiert sein Ziel folgendermaßen: „Banken, Sparkassen, Fondsgesellschaften und Finanzdienstleistern eine kostenlose Internet-Plattform zur Verfügung zu stellen, welche zur Schaffung von Markttransparenz beiträgt und einen werbewirksamen Überblick über Fondsgesellschaften und Micro-Finance-Produkte bietet.“
Transparenz für Investments
Investoren benötigen Transparenz, um optimale Anlageentscheidungen treffen zu können. Transparenz bedeutet u.a., einfach und bequem zuverlässige Informationen zu allen Micro-Finance-Produkten abrufen zu können, welche in Österreich, Deutschland und der Schweiz zum Vertrieb zugelassen sind. Transparenz bedeutet auch, wichtige inhaltliche Informationen unmittelbar in einer standardisierten Präsentation vergleichen zu können. Nicht zuletzt ist Transparenz eine unerlässliche Voraussetzung, um Investmententscheidungen in Übereinstimmung mit den persönlichen Werten zu treffen. Bislang müssen Anlageberater die entsprechenden Informationen mühsam zusammensuchen und mit hohem Aufwand prüfen, welche Micro-Finance-Produkte den Wertmaßstäben und Renditeerwartungen ihrer Kunden gerecht werden.
Mikrofinanz-Plattform erwünscht
Die am Kongress vertretenen Anbieter von Mikrofinanzprodukten nahmen den auf Markttransparenz und Bündelung der Kräfte abzielenden Vorschlag von Richard Lernbass und Dr. Johannes Krall, MBA mit großem Interesse auf, zumal diese Idee auch verspricht, den Bekanntheitsgrad von Mikrofinanzprodukten erheblich zu steigern. Für die Organisation der Micro-Finance-Initiative verlässt sich software-systems.at wie auch bei dem Mikrofinanz-Kongress auf die bewährte Unterstützung der SEFO, mit Sitz in St. Georgen am Längsee.
In Abstimmung mit den potenziellen Teilnehmern der software-systems.at Micro-Finance-Initiative können weitere Arbeitsschwerpunkte festgelegt werden. Insbesondere würde sich anbieten, gemeinsam bei Aufsichtsbehörden und Parlamenten für eine Änderung der Risikoeinstufung von Micro-Finance-Produkten zu werben. Micro-Finance-Produkte weisen nur eine sehr geringe Korrelation mit anderen Assetklassen auf und die derzeitige Einstufung vergleichbar riskanten Unternehmensanleihen lässt die Besonderheiten von Micro-Finance-Produkten außer Acht.
Neu: Micro-Finance-EDA let’s go!
Die software-systems.at Micro-Finance-Initiative bietet den Teilnehmern durch die Integration der Micro-Finance-EDA let’s go!-Suchmaschine auf der eigenen Website ein hervorragendes Instrument zur Unterstützung der Kundenberatung.
Die Micro-Finance-EDA let’s go!-Suchmaschine stellt eine Weiterentwicklung der bekannten und bewährten EDA let’s go!-Suchmaschine dar, und ermöglicht es den Anlegern bzw. Beratern, ethische und soziale Kundenpräferenzen, geographische Anlageregionen, und selbstverständlich auch die Anforderungen an die ökonomische und soziale Rendite zu berücksichtigen. Die neutrale Micro-Finance-EDA let’s go!-Suchmaschine stellt auch die Basis für eine fundierte Kundenberatung dar, und erleichtert es allen Teilnehmern, die Vorzüge ihrer eigenen Produkte im Vergleich mit den Wettbewerbern zu erläutern. Sie ermöglicht einen neutralen und kostenlosen Vergleich zwischen unterschiedlichen Mikrofinanzprodukten auf den Webseiten von Finanzdienstleistern und erlaubt, die jeweilige Präferenzen der Investoren in den Bereichen soziale oder kombinierte Rendite, sowie Risiko, Regional- und Währungswünsche zu berücksichtigen. Darüber hinaus erleichtert die Suchmaschine allen Fondsgesellschaften, die Vorzüge ihrer eigenen Produkte im Vergleich mit den Wettbewerbern zu erläutern. Den Banken, Sparkassen, Online-Fondsplattformen und Finanzdienstleistern entstehen für diese WEB-Applikation keine Kosten.
Jenseits der Krise
Der Kongress bot ein breites Spektrum an Informationen, sowohl den Social Impact der Start-Up-Finanzierungen, als auch die attraktiven Chancen für Investoren betreffend, in einem von der Finanzkrise weitestgehend unangefochten Markt. Der „Hausherr“ des Stiftes, Diözesanbischof Alois Schwarz, ermutigte in seinem engagierten Impulsreferat, neue Wege für eine chancengerechte Gesellschaft zu beschreiten. Mikrofinanz sei dafür zweifellos ein tragfähiges Instrument, wie selbst Papst Benedikt XVI. in seiner Sozialenzyklika „Caritas in veritate“ würdigend festhält.
Ursprung Volks- und Raiffeisenbanken
Gleich mehrere Referenten wiesen darauf hin, dass das genossenschaftlich ausgerichtete Mikrofinanzwesen keine Erfindung von NGOs des 21. Jahrhunderts ist. Die heute in Entwicklungs- und Schwellenländern feststellbaren sozioökonomischen Ausgangslagen sind mit der Situation im ruralen und urbanen Bereich Mitteleuropas Mitte des 19. Jahrhunderts vergleichbar. Auch Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus räumt gerne ein, dass die wahren Gründerväter der Mikrokredite im deutschsprachigen Raum des 19. Jahrhunderts zu finden sind. Arme Bauern auf dem Land und arme Handwerker in den Städten, in Geldangelegenheiten allesamt auf den informellen Finanzsektor angewiesen, oder deutlicher gesagt, einem Kreditwuchersystem ausgeliefert. Dieses Szenario bildete die Ausgangslage für Friedrich Wilhelm Raiffeisen und den Volksbankensektor. Die Mikrofinanzidee war geboren.
Win-Win-Situation
In seinem fachlich äußerst fundierten Ausblick auf die Situation der Mikrofinanz nach der Finanzwirtschaftskrise zeigte Michael P. Sommer, Direktor der Bank im Bistum Essen, dass sozial verantwortlich betriebene Mikrofinanz immer auf drei Beinen ruht: Kredite, Spareinlagen und Versicherungen. Aufgabe für die Zukunft wird es sein, so Sommer, den potenziell 500 Mio. Mikrofinanzkunden weltweit, Zugang zu Rechtssicherheit und Finanzdienstleistungen zu ermöglichen. Wie dabei eine Win-Win Situation für die Kleinstunternehmer der Entwicklungsländer und die Investoren des Nordens entstehen kann, konnte dieser Kongress eindrucksvoll vermitteln.
Die von software-systems.at initiierte Micro-Finance-Initiative ermöglicht es nicht nur den Mikrofinanzproduktanbietern eine Plattform zur Steigerung ihres Bekanntheitsgrades ihrer Produkte zu nutzen, sondern auch die Präferenzen der Investoren zu berücksichtigen. Auch die Situation der Mikrofinanzinstitute wird durch die Gründung der Initiative nachhaltig verbessert.
Der Kongress wurde unterstützt von:
Bank Austria / UniCredit
ERGO
software-systems.at
vision microfinance
Bankhaus Schelhammer & Schattera
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Ansprechpartner:
SEFO – Sustainability Economic Forum e.V.
Mag. Jutta Krall
Geschäftsführerin
Stift St. Georgen
Schlossallee 6
A-9313 St. Georgen am Längsee
Phone: +43 (0) 4213 – 34 00 4
Mobil: +43 (0) 676 – 517 79 90
E-Mail: krall@software-systems.at
Internet: www.sefo.at
ZVR.-Nr. 437661387

















